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Die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit Freudenburg

Die Pfarrei Freudenburg
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Die Pfarrei Freudenburg

In der Nähe oder an der Stelle des jetzigen Dorfs Freudenburg lag in ältester Zeit ein Hofgut, Usme, früher Huosma (auch Ossima) genannt, und dem Erzstift in Trier zugehörend. Die Pfarrei Huosma wird schon im 10. Jahrh. aufgeführt; sie hatte als Pfarrkirche die im Friedhof von Kastel liegende Kirche „Johannes der Täufer“. Zu dem Pfarrbezirk gehörten die Dörfer Kastel, Staadt, Hamm, Trassem, Weiten, Perdenbach, Freudenburg, zwei Häuser in Kollesleuken (diesseits der Leuk) und 4 Mühlen (die Hacklohn Mühle, die Herrenmühle, die oberst Neumühle, die unterst Neumühle).

Nach dem Aufstieg Freudenburgs zum Verwaltungssitz (das Dorf Castel war verödet) erhob Erzbischof Jakob von Sierck ein Jahrhundert später bei der Neuorganisation des Pfarrbezirks am 1. Juli 1442 die Kapelle auf der Freudenburg zur Mutterkirche und verlegte den Pfarrsitz von Kastel nach Freudenburg. Die Johanneskirche wurde Filialkirche.

Die Pfarrei Freudenburg gehörte zu 3 Territorien: Freudenburg, Hamm, Staadt und Castel zur Burggrafschaft Freudenburg, Trassem zu Kurtrier, Weiten zu Lothringen. Bei der Visitation des Landkapitels Perl 1569 werden Freudenburg und Castel als Filialen von Weiten aufgeführt.

Seit 1629 wurde wieder von Freudenburg aus verwaltet. Die Pfarrei Freudenburg gehörte zum Landkapitel Perl im Archidiakonat Tholey.

1802/1804 brachte die kirchliche Neuorganisation unter dem Bischof des neuen Bistums Trier, Charles Mannay (vorher Domherr von Reims), das Ende der Großpfarrei Freudenburg: Die bisherige Filiale Weiten wurde 1802 in die Diözese Metz eingegliedert und zur Sukkursalpfarrei erhoben. Kastel wurde Hilfspfarrei und erhielt Trassem und Perdenbach als Filialen zugeteilt.

1805 wird die Pfarrei Kastel wieder aufgelöst. Trassem und Perdenbach gehören zur Pfarrei Saarburg.
1923 wird Trassem Expositur von Saarburg und von einem Hilfsgeistlichen geleitet.
1948 wird Trassem zur Vikarie erklärt und mit Wirkung vom 01.10.1951 zur Katholischen Kirchengemeinde erhoben mit eigener Vermögensverwaltung mit eigenem Kirchenvorstand.

Seit 1984 sind Freudenburg, Kastel und Trassem ein Seelsorgebezirk.


Die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Freudenburg

Bis zum Juni 1442 scheint zu Freudenburg nur eine Kapelle und zu Castel die Hauptpfarrkirche gewesen zu sein. Die alte, dem 16. Jahrhundert angehörige schlichte Kirche bestand nach der Grundrißskizze beim Visitationsprotokoll vom Jahre 1830 aus einem vierachsigen Schiff; sie war nicht ganz geostet. Triumphbogen, Gewölbegurte und die Öffnungen waren rundbogig. Der alte Turm stand auf der Langseite nach dem Pfarrhaus zu, im Mauerwerk verbunden mit Chor und Schiff.

Die heutige Pfarrkirche ist im wesentlichen ein Bau des 19. Jahrhunderts. Erhalten blieben von der alten Pfarrkirche zwei Joche; das Kreuzgewölbe hat spätgotische Hohlkehlrippen auf weit vorspringenden Vorlagen mit geschrägten Kanten. 1856 wurden westlich drei Achsen und ein Westturm angebaut, Chor und Turm abgebrochen und im Jahre 1858 die zwei östlichen Achsen zu einem Querschiff erweitert und ein neuer Chor angebaut.

Im Jahre 1899 wurden die beiden westlichen Achsen des alten Teils ebenfalls zu Querschiffen erweitert und die alten Gewölbe auf Rundpfeiler gesetzt. Die Kirche macht in ihrem Querschiffteil somit den Eindruck einer spätgotischen Hallenkirche.

Im Zuge der letzten Innenrenovierung wurden 1992/1994 u. a. die farblich gebrannten Fliesen im Chorraum wieder freigelegt, der alte Hochaltar und Seitenaltar renoviert.

Als Patrozinium wird seit dem Visitationsbericht von 1569 s. t. ss. Trinitatis, die allerheiligste Dreifaltigkeit, ununterbrochen genannt. Der Visitationsbericht von 1743 führt außer dem titulus ecclesiae (Hl. Dreifaltigkeit) zwei weitere Patrone auf: Sebastian und Symphorian. Die beiden Heiligen werden dann auf der Umschrift der 1766 gegossenen Glocke der alten Pfarrkirche als Schutzpatrone von Freudenburg genannt.

Nach der Überlieferung gründete der Trierer Bischof Moduald in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts in Trier das Frauenkloster St. Symphorian, das beim Normannenüberfall im Jahre 882 verbrannte. Die Kirche des Klosters wurde 975 der wiederhergestellten Benediktinerabtei St. Martin zugewiesen, anschließend 1004 an das Trierer Kollegiatstift St. Paulin.

Das Symphorianspatrozinium in Freudenburg könnte auf eine alte Verbindung des früheren Huosma mit der genannten Trierer Abtei hinweisen. Das Sebastianspatrozinium dürfte als Pestpatrozinium aus dem späten Mittelalter stammen, während das Dreifaltigkeitspatrozinium den Charakter eines Ehrenpatroziniums hatte.

Das heutige Fenster im Chorraum zeigt eine Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit, die im Mittelalter sehr verbreitet war und ihr den Namen gab: Gnadenstuhl. (Gestaltung: Hermann Keck, Stuttgart, 1953)
Thema der übrigen Fensterdarstellungen in der Kirche ist das Glaubensbekenntnis (Credo). (Gestaltung: Walter Bettendorf, Trier, 1969)

Die Brüstung der Empore (Eichenholz) stammt aus der Zeit des Rokoko (18. Jh.). Der Kreuzweg in neogotischem Stil wurde 1998 angeschafft.

Der Hochaltar aus dem Jahr 1875 erhielt einige Jahre später eine runde Galerie mit 2 gotischen Türmchen auf beide Seiten, damit das neue Fenster mit dem Dreifaltigkeitsbild sichtbar wurde. 1910 wurde der Aufbau ersetzt. Der neue gotische Altar stellt die Taufe Christi und die Aussendung der Apostel dar.
Dieser Altar wurde in den Jahren während und nach dem Konzil völlig abgebaut und im Zuge der Innenrenovierung der Kirche 1992/94 von Restaurator M. Schöndorf, Ottweiler restauriert, ebenso der Seitenaltar auf der linken Seite mit der Madonna als Königin stehend auf der Weltkugel. Auf der rechten Seite steht der hl. Nikolaus auf einem Sockel (ursprünglich auch auf einem Seitenaltar).

Die Pfarrkirche besitzt drei Glocken mit den Tönen f´, as´ und b´.

• Die Sebastianus-Glocke von Mabilon-Saarburg 1766 gegossen.

1826 versuchte man vergeblich einen Riss zu schmieden.
1827 leistete Josef Mabilon, Saarburg, den Umguss in Bronze – Ton b´ – .
Zwei weitere Glocken wurden im Weltkrieg 1914/18 durch das sog. Hindenburg-Programm zu Kriegszwecken beschlagnahmt, verblieb nur die Sebastianus-Glocke als Läuteglocke „vorläufig“, wie die Zustellung hervorhob.
Die nach dem 1. Weltkrieg angeschafften beiden Glocken „St. Maria“ und „St. Josef“ wurden 1944 beschlagnahmt und abgegeben.
1952 lieferte die Stahlglockenfirma „Bochumer Verein“ Bochum, zwei Gußstahlglocken.

• Die „Josefsglocke“ – Ton as´ –. Sie hat als Sterbeglocke die Inschrift:

Heiliger Josef treuester Beschützer mein
ich lade dich zur Sterbestunde ein.
Als Sterbeglocke bin ich gegossen
im Jahre des Heiles 1952 in Bochum.

• Die „Marienglocke“ – Ton f´ –. Sie wird als Friedensglocke bezeichnet. Ihre Inschrift lautet:

Heilige Maria und Königin des Friedens bitte für uns.
Als Friedensglocke bin ich gegossen
im Jahre des Heiles 1952 in Bochum.

1952 lieferte das Herforter Elektrizitätswerk das elektrische Läutewerk.


Kontakt

Pfarrkirche Dreifaltigkeit, Freudenburg
Pfarrer: Andrzej Kardas

Pfarrbüro:
Burgstraße 35
54450 Freudenburg

Tel. 06582 – 223
Fax 06582 – 992654

pfarramt.freudenburg(at)t-online.de


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
aus der Festschrift zur Orgelweihe (mit Genehmigung von Ingrid Geibel)
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