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Die St.-Andreas-Kirche in Hullern (OT von Haltern)

Die Geschichte der Gemeinde
Die Innenausstattung / Kunstgegenstände
Die Pfarrgemeinschaft
Kontakt
Die Orgel der Kirche


Die Geschichte der Gemeinde

Seine erste urkundliche Erwähnung erfährt der Ort als "Hulluron" zur Lokalisation einer Hofstelle in einem Urbar der Abtei Werden a. d. Ruhr. Geschrieben ist das im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf aufbewahrte, vermutlich auf Stiftungen beruhende Einkünfte-Register von einer Hand des 10./11. Jahrhunderts. 

Die Kirche in Hullern ist als Kapellengründung nach 1268 anzusehen. Für das hohe Alter der Pfarre spricht auch ihr Patronizinium, die spezielle Verehrung des hl. Andreas, Bruder des hl. Petrus. Im Register der Kirchen und Benefizien der Diözese Münster erscheint die Pfarre Hullern erstmals am 11. April 1313.

Da die alte Kirche aus dem 13. Jahrhundert baufällig wurde, beauftragte der Kirchenvorstand unter dem Vorsitz von Pfarrer Leifert den Architekten Wilhelm Ricklake aus Münster am 15. August 1895 mit der Planung einer neuen Kirche. Es entstand ein imposantes Bauwerk in einer Backsteinarchitektur mit zwei Jochen, einem Querschiff und einem 65 m hohen Westturm. Am 21. September 1897 wurde die Kirche feierlich durch Bischof Hermann Dinkelstät aus Münster eingeweiht.

Hullern ist seit der Kommunalreform vom 01.01.1975 ein Ortsteil der Stadt Haltern und schließt sich mit einer Gesamtfläche von 1624,35 ha östlich an die Stadtmitte an. Zu Hullern zählen ferner die noch vor dem 2. Weltkrieg bzw. bis zur Mitte der 60er Jahre entstandenen Siedlungen Heimingshof und Overrath an der Stever sowie die alte Bauernschaft Stevern, die zum großen Teil der in den Jahren 1973-1985 erbauten Talsperre mit einem Volumen von 11 Mio. m' weichen mußte.

Seit dem 18. September 2011 gehört die St.-Andreas-Kirchengemeinde zur Pfarrei St. Sixtus, die inzwischen die größte Pfarrei im Bistum Münster ist.


Die Innenausstattung und Kunstgegenstände

Das Prunkstück in der Kirche ist der neugotische Hochaltar im Altarraum. Er wurde 1896 von dem Architekten Wilhelm Ricklake entworfen und von seinem Bruder Bernhard erbaut. Die Altarplatte ruht auf Marmorsäulen und ist mit Sandstein untermauert. Der Altaraufsatz besteht aus einer gemalten und geschnitzten Bilderwand. In der Mitte befindet sich der Tabernakel, über ihm der Altarschrein mit dem Kreuz und zwei gerahmten Nischen, in denen plastische Reliefs die Geburt und die Auferstehung Jesu zeigen. Im Gespränge des Hochaltars stehen 13 spätgotische Figuren, die Christus und die Apostel darstellen. Über die Herkunft dieser Figuren ist nichts näheres bekannt. Sie stammen vermutlich aus der Zeit um 1525. In ihren Gewandschemata und ihren Kopftypen sind sie vergleichbar mit den Predellenaposteln des Hochaltars von St. Johann in Osnabrück, die von dem bekannten Meister Evert van Roden geschaffen wurden. In der Gestaltung der Köpfe und der Gewanddrapierung ist eine stilistische Zugehörigkeit zu den berühmte Figuren des Herzfelder Altares zu erkennen.

Die Rückwand des Altarraumes ist mit drei figürlichen farbigen Chorfenstern ausgestaltet. Die Kunstwerke, die ihresgleichen in weiter Umgebung suchen, sind Werke des bekannten Glasmalers Anton von der Forst. Das Mittelfenster zeigt Gott Vater auf einem Wolkenthron, umgeben von der Mandorla und Engeln sowie von den Symbolen der vier Evangelisten. Das Bild auf der Epistelseite (rechts) zeigt den auferstandenen Christus umgeben von einer strahlenförmigen Mandorla. Über ihm ist die Hand Gottes zu sehen, rechts und links die Apostel und die Gottesmutter. Das Fenster auf der Evangelienseite (links) stellt das Pfingstfest dar. Auf einem Thron sitzt die Gottesmutter umgeben von den versammelten Aposteln. Über ihr in einem Kreis der herabkommende hl. Geist, der auch durch Flammen auf den Köpfen der Apostel dargestellt wird.

Der Altarraum ist links und rechts mit einem Chorgestühl ausgeschmückt. Der reichlich geschnitzte Altar wurde 1985 aus der ehemaligen Kommunionbank (eine Stiftung der Fam. Vinnemann) gefertigt. Aus den restlichen Teilen und Kopfstücken entstand 1990 ein Ambo, der sich mit dem Altar harmonisch in den Stil der Kirche einfügt. An der linken Säule des Altarraumes steht auf einem Sockel eine geschnitzte Statue des hl. Andreas. Die Figur aus 300-jähriger Eiche wurde von dem Künstler H. G. Bücker aus Vellern geschnitzt und am 30. November 1986 feierlich eingeweiht. Auf der gegenüberliegenden Säule steht eine geschnitzte Marienfigur aus der Zeit um 1900, die 1986 von H. G. Bücker restauriert wurde.

Im Querschiff befinden sich rechts und links je ein Gemälde (Öl auf Holz). Die sehr wertvollen Gemäldetafeln sind ein Werk des Meisters von Cappenberg, Jan Baegert, aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das Bild im rechten Querschiff zeigt die Geißelung Christi und die Handwaschung des Pilatus, das andere die Geburt Jesu. Die rechte Wand des Querschiffs wird von einer Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert geschmückt (Leihgabe der Fam. Hagemann). Im linken Teil des Querschiffs steht ein Beichtstuhl aus Eichenholz. Eine qualitätvolle, neugotische Ausführung mit Maßwerkdurchbrüchen und Verzierungen. Im Mittelgang der Kirche befindet sich das Taufbecken aus Sandstein mit eingearbeiteten Ornamenten und einem kunstvoll gearbeiteten Messingdeckel.

An der Vierungsecke im Kirchenschiff steht auf einem geschwungen Holzfuß der Kanzelkorb aus Eichenholz mit neugotischen Maßwerknischen, in denen die 4 Evangelisten dargestellt sind. Über dem Kanzelkorb hängt ein Schalldeckel, der mit Maßwerkornamenten und Fialen sowie der Darstellung des hl. Geistes verschönt ist. Die Kanzel ist wie der Beichtstuhl eine Arbeit der Firma Joseph Kuhlmann aus Hullern aus der Zeit um 1900. Links und rechts an den Wänden zieren ein Kreuzweg aus 14 Einzelbildern das Kirchenschiff. Sie sind mit einem Gemisch von Sand und Ölfarbe auf Kupferplatten gemalt und in stilvollen Eichenrahmen eingefaßt.

Weitere Kunst- und Kulturgegenstände in der Kirche sind ein Kruzifix aus Eichenholz (von Experten um 1440 / 1450 veranschlagt), alte Meßgewänder (sog. Kapellen) aus dem Jahre 1804, Meßbücher aus den Jahren 1820 – 1890, eine Monstranz von 1925 und ein alter Kronleuchter von 1900.

Die Kirche St. Andreas Hullern ist eine der wenigen Kirchen, deren alte Ausstattung noch weitgehend erhalten ist. Sie verleiht dem Raumeindruck eine harmonische Geschlossenheit. Kirche und Ausstattung bilden eine künstlerische Einheit.


Kontakt

Kontaktbüro St. Andreas
Frau Andreas Grothuesmann

Tel.: 02364/3883 
Fax.:02364/169658 

oder
Pastoralbüro St. Sixtus
Gildenstraße 22
45721 Haltern am See

Tel.: 02364/9236-0
Mail: info@st-sixtus.de

Weitere Informationen zur Gemeinde finden Sie auf der Webseite http://www.st-sixtus.de

Die Besichtigung der Kirche unter fachkundiger Führung ist für Gruppen nach Anmeldung möglich. 


Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde


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