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St. Wenzel in Peißen (OT von Landsberg)

Die Geschichte der Gemeinde
Der Schnitzaltar
Die Orgel
Ansprechpartner/Kontakt
Die Geschichte der Gemeinde
Urkunden über die Entstehungsgeschichte der Kirche von Peißen gibt es nicht. So müssen wir uns auf kompetente Historiker und Sachverständige berufen. Es wird angenommen, dass um 950 der Turm der Kirche als Wehr- und Wachturm errichtet wurde. Etwa um 1200 wurde die jetzige Kirche an den Turm angebaut.
Bei dem Kirchbau wurde der Turm erhöht, und seine eigentliche Wehrfunktion ging in eine Glockenträgerfunktion über. Der erhöhte obere Turmteil besitzt romanische Knospen und Würfelkapitelle an den Schallarkaden. Unter ihnen sind auf der Nord- und Südseite die vermauerten, ehemaligen Einstiege des Wehrturmes noch zu erkennen. Nur durch diese war damals das Turminnere mit Hilfe von Leitern zu erreichen. Der Turmschaft, der ausschließlich mit einheimischem Porphyr ausgeführt wurde, misst in seiner jetzigen Höhe 13,80 Meter. Diese Höhe wurde dann bei der letzten Dacherneuerung (1890) als Turmdachlänge genommen, so dass heute der Turm eine Gesamthöhe einschl. Wetterfahne von 27,60 Meter hat.
Die erste datierte Nachricht von der Kirche stammt von J. C. von Dreyhaupt: „Die Kirche ist ein altes Gebäude, so im Dreißigjährigen Kriege nebst dem Dorfe ganz ruiniert, nachher aber wieder aufgebaut und repariert worden." Eine größere Reparatur urde unter dem energischen Pastor Sauer im Jahre 1701 begonnen, welche für die damalige Zeit ganz bedeutende Summe von 3560 Talern kostete. Sein Grabstein steht seit 1929 in der Eingangshalle der Kirche. Die Weihe der restaurierten Kirche erfolgte durch Pastor Sauer am 15. Oktober 1703 am Kirchweihfest. Dabei erhielt die Kirche, welche früher St. Wenceslai hieß, den Namen St. Trinitatis. 1852 wurde die Kirche umgebaut. Superintendent Hecker schreibt um 1924: „Die Kirche selbst stammt nach dem Urteil der sachverständigen Baubeamten wohl aus dem 12. Jahrhundert. Dies war früher noch deutlicher zu erkennen als heute."
Bis zum Jahre 1852, wo ein völliger Umbau stattfand, soll der eigentliche Chorabschluss und die überaus kleinen Rundfenster ein charakteristisches Merkmal des byzantinischen Baustils dargestellt haben. Es war im genannten Jahr die Absicht der Behörde, die Kirche in ihrer vollen Altertümlichkeit, besonders die kleinen Fenster, zu erhalten, doch die Gemeinde mit ihrem Geistlichen drangen mit ihren Umgestaltungsplänen durch. 1952, unter dem Pfarrer Johannes Bogdan aus Hohenthurm, wurde der Innenraum der Kirche wieder stilgerecht hergerichtet. Der gotische Altarschrein wurde von der „Neuen Burg" zurückgefordert. 1953 wurden unter Pfarrer Constantin Sorger neue Fenster angeschafft.
1955 wurde die Friedhofskapelle errichtet. Zeugnisse aus der romanischen Zeit sind neben den schon erwähnten Schallöchern des Turmes der sehr gut erhaltene, kübelförmige romanische Taufstein aus der Zeit um 1250, mit Rundbogenfeldern und Symbolen versehen.
Des Weiteren baukünstlerisch bemerkenswert ist das romanische Tympanon am Eingang an der Südseite, jetzt durch einen Vorbau leider etwas verdeckt. Jedes seiner Felder ist mit einer Rosette geschmückt. Derartige Türen sind älteste Zeichen steinhauerischen Schaffens und im Saalekreis selten. Bemerkenswert ebenfalls der in der Apsis auf einfachem Blockaltaruntersatz stehende dreiteilige Schnitzaltar aus dem Jahre 1470. Eine sehr schöne Arbeit, wie sie nur noch wenige Dorfkirchen aufweisen können. Er stellt die Heiligen St. Dorothea mit Kreuzstab und Korb, St. Katharina mit Schwert und Buch, St. Barbara mit Kelch und St. Margarete dar.
Die große Glocke im Turm, 1.30 Meter im Durchmesser, ist 1483 gegossen worden, in dem Geburtsjahr Luthers, zur Ehre des Heiligen Wenzel. Das an der Wand hängende Kruzifix ist eine Arbeit des halleschen Bildhauers Daniel Gruber aus dem Jahre 1704. Dieses Kruzifix wurde 1852 wegen seines schauerlichen Eindrucks vom damaligen Pfarrer auf dem Friedhof vergraben und erst etwa 40 Jahre später restauriert. 1712 wird die erste Turmuhr angeschafft, eine Spende von Anna Härtel, Peißen-Stichelsdorf. 1732 wird die erste Orgel angeschafft, eine Arbeit von Orgelbauer Zuberbier von Köthen.
Die jetzige Orgel wurde vom Orgelbaumeister Wäldner 1868 gebaut und im Jahr 2000 gründlich überholt. In alten Chroniken findet man noch, dass eine besondere Rarität in der Kirche ein Ablasskasten von Tetzel gewesen sein soll. Er wurde 1701 als Alteisen an einen Schmied in Hohenthurm verkauft. Die Kirche in Peißen kann als gutes Beispiel für die Gestaltung eines Kirchenraumes herausgestellt werden. Der einfache, rechteckige Raum des Kirchenschiffes wird durch die Emporen nicht in seiner Längsorientierung beeinflusst. Die Anordnung Altar - Kanzel - Taufstein mit den Funktionen Abendmahl, Predigt, Taufe entspricht zwar nicht absolut den liturgischen Regeln, wirkt sich aber auf den Raumeindruck nicht nachteilig aus.
Der Schnitzaltar
In Nürnberg gefertigt oder aber eine fränkische Arbeit um 1470.
Die Heiligen von links nach rechts:
St. Dorothea, Erkennungszeichen: Korb
Wurde wegen Standhaftigkeit, Liebe und Treue zum Christenglauben in Kleinasien vom Kerkermeister Theophibes enthauptet.
Gedächtnistag: 6. Februar
St. Katharina, Erkennungszeichen: Schwert und Buch
Jungfrau in Alexandria aus königlichem Geschlecht, sollte wegen Verbreitung des christlichen Glaubens nach Haft und Folter gerädert werden, doch das mit Nägeln gespickte Rad zerbrach. Dann richtete man sie mit dem Schwert um 307 in Alexandria (Nordafrika).
Gedächtnistag: 25. November
St. Barbara (die Fremde), Erkennungszeichen: Kelch und Hostie (fehlt hier)
Nach der Legende die Tochter des Kaufmanns Dioskoros aus Nikomedia in Kleinasien ward als Christin vom Landpfleger Martianus aufs scheußlichste misshandelt und endlich von ihrem eigenen heidnischen Vater, den zur Strafe der Untat der Blitz traf, um 240 oder 306 enthauptet. Die heilige Barbara wird bei Gewittern angerufen.
Gedächtnistag: 4. Dezember
St. Margarete Erkennungszeichen: Kreuzstab
Die Tochter heidnischer Eltern, in Antiochia, von der Amme zum Christentum erzogen, vom Vater verstoßen, als 15 jährige vom Brautwerber wegen ihres christlichen Glaubens gefoltert, mit Fackeln gepeinigt, in eiskaltes Wasser geworfen und dann mit dem Schwert gerichtet.
Gedächtnistag: schwankt zwischen 12. - 20. Juli
Ansprechpartner/Kontakt
Evangelisches Pfarramt Hohenthurm
Pfarrer Stefan Domke
Adresse:
Von-Wuthenau-Platz 5
06188 Landsberg OT Hohenthurm
E-Mail: st.domke(at)pfarramt-hohenthurm.de
Webseite: http://www.pfarramt-hohenthurm.de
Mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde
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