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St. Maria in Zeltingen-Rachtig

Die Geschichte der Gemeinde
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Die Orgel


Die Geschichte der Gemeinde
farrkirche „Maria Immaculata“
im Ortsteil Rachtig


Nach über 130 Jahren Streitereien zwischen Deutschem Orden und Gemeinde um Kirche und Pfarrhaus errichtete der aus Rachtig gebürtige Deutschordenspriester Johann Peter Glesius (1679 – 1762) nach Plänen des kurtrierischen Hofbaumeisters Philipp Honorius Ravensteyn die neue Pfarrkirche, wobei er für den Bau und die Ausstattung viel aus eigener Tasche beisteuerte. Baubeginn war im Frühjahr 1720 an der Stelle, wo schon seit 1670 im Ort eine Kapelle bestand; am 1. April 1723 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung, an Weihnachten 1725 wurde die erste Messe darin gefeiert und am 11.11.1736 (1734?) das Gotteshaus der Maria Immakulata (Patronatstag 8. Dezember) geweiht.

Das Kirchenschiff war innen 25 m lang und 14 m breit, daran stieß der Chor mit oktogonalem Abschluß,einer Länge von 11 m und einer Breite von 8,50 m. An der Nordseite stand die Sakristei und im Westen der imposante, 64,5 m hohe Kirchturm. Die alten Glocken wurden in den neuen Turm umgehängt und 1747 um eine dritte von 14 Zentnern Gewicht ergänzt. Die meisten Ausstattungsgegenstände wurden neu angeschafft, lediglich die Kalvariengruppe von 1634 im Turmeingang aufgehängt. 1739 ließ Pastor Glesius für 750 Taler die Orgel bauen, stiftete einen Betrag, aus dessen Erlös der Organist zu entlohnen war und verpflichtete den Eigentümer eines Hauses, die Bälge der Orgel zu ziehen (siehe auch unter „Geschichte der Orgel“). Die Empore, das „Toxal“, kostete mit Struktur und Schreinerwerk 32 Reichstaler. Für die Ausstattung der Kirche gab er 1517 Taler aus eigener Tasche aus, 872 Taler für Paramente.

Ein Fragebogen des Bistums, ausgefüllt 1846 von Pastor Lentz enthält weitere Einzelheiten: einschiffiger Bau, Mauerwerk von Schiefer-Bruchsteinen, mehrere Statuen, keine Glas- oder Wandgemälde; die Strebepfeiler haben keine Verzierungen und laufen schräg aus; drei Altäre: Mariä der Patronin (Hauptaltar) , Anna und Apostel.

Bereits 1771 mußte das Gewölbe auf dem Kirchenschiff eingeschlagen werden, da es zu schwer war und die Wände auseinander drückte. Anstelle des Schwibbogengewölbes bekam das Schiff nun eine gebogene Holzdecke.

Am 12. August 1857 schlug der Blitz ein; der Turmhelm brannte ab, die Glocken stürzten herab, Kirchendach und Orgel wurden schwer beschädigt. In der Folge wurde der Helm wieder mit der gleichen Höhe durch Zimmermeister Bungert aus Wittlich erneuert.

Ende des 19. Jahrhunderts mehren sich die Klagen über den schlechten Zustand der Kirche. Mit Verfügung der bischöflichen Behörde vom 3. März 1903 wurde schließlich wegen Einsturzgefahr und verschiedener Mauerrisse im Chorraum zunächst der Gottesdienst untersagt, später die Kirche ganz geschlossen.

Auf Betreiben von Pfarrer Rohr wurde nach Plänen des Trierer Dombaumeisters Julius Wirz unter Beibehaltung des Westturmes ein Kirchenneubau errichtet, der romanische Bauformen aufweist. Am 26.08.1906 wurde der Grundstein gelegt; am Patronatsfest, dem 8. Dezember 1907 die erste Messe darin gefeiert und der Bau im Wesentlichen 1908 fertiggestellt. Die alte Ausstattung wurde dabei zu einem Großteil übernommen, lediglich der schwere und dunkle barocke Altar wurde 1913 nach Afden, St. Gertrud (heute Herzogenrath bei Aachen) verkauft und ein neogotischer dafür angeschafft.

Im März 1945 wurde die Kirche durch 18 Granattreffer schwer beschädigt. Ersten Reparaturen folgte 1968 eine Grundsanierung und Umgestaltung im Sinne der Reformen des 2. Vatikanischen Konzils, bis im Jahre 2000 der heutige Zustand hergestellt wurde. Am 6. März 2005 wurde die neue Orgel eingeweiht, bei der das historische Gehäuse und zwei Pfeifenreihen von 1739 Verwendung fanden.

(Josef Thiesen)

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Ansprechpartner / Kontakt

Pfarrbüro St. Marien Zeltingen-Rachtig
Schulstraße 11
54470 Bernkastel-Kues

Webseite: http://www.orgelrachtig.de


Mit freundlicher Genehmigung des Fördervereins (Josef Thiesen)
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