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Die Stiftsbasilika St. Vitus in Ellwangen
St. Vitus
Ellwanger Zeittafel
St. Vitus
Die Lebensgeschichte dieses Heiligen ist von Legenden umrankt. Er soll der Sohn sizilianischer Eltern gewesen sein. Sein Vater habe ihn als jungen Mann vom christlichen Glauben abbringen wollen. Später als Anhänger Jesu verhaftet, sei er unter Kaiser Diokletian zum Tod verurteilt und in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen und so gemartert worden. Schon um 450 wurde in der Kirche am 15. Juni seiner gedacht. Seine Gebeine gelangten 583 von Sizilien nach Unteritalien und 756 ins Kloster St-Denis. Ein Teil davon kam 836 in die Abtei Corvey und vor 930 von dort aus nach Prag. Wahrscheinlich über den Abt von Gladbach, dessen Kirche dem Märtyrer geweiht war, erhielt um 987 auch Ellwangen eine Reliquie.
Im Spätmittelalter und in der Barockzeit wurde Vitus in ganz Europa verehrt und zählte zu den Vierzehn Nothelfern. Abgebildet wurde er meist mit oder in einem Kessel. Der Heilige wurde von vielen Ständen und bei vielerlei Krankheiten angerufen. Vituskirchen finden sich an zwölf weiteren Orten der Diözese, darunter in Jagstzell. Dazu kommen vielerorts eigene Vitusaltäre.
Ellwanger Zeittafel
um 764 Die fränkischen adeligen Brüder Hariolf und Erlolf gründen das Benediktinerkloster
814 König Ludwig der Fromme gewährt dem Konvent St. Sulpitius und Servilianus Unabhängigkeit und freie Abtswahl
817 Das Kloster ist Reichsabtei (979 unter päpstlichem Schutz)
um 987 St. Vitus wird neuer Kirchen-und Klosterpatron 1
100-1124 Bau der zweiten, hochromanischen Abteikirche und Konventanlage
1024 Der Virngrundwald wird Abteiforst
um 1150 Der Klosterflecken erhält das Marktrecht
1182-1233 Nach einer Feuersbrunst dritter Neubau der Konventanlage und der heutigen, spätromanischen Vitusbasilika (Weihe 3.10.1233)
1215 Die Äbte sind Reichsfürsten 1229 Ellwangen erstmals als Stadt (civitas) bezeichnet
1398 Neubau der Marienkirche (1487-1492 umgestaltet, 1752-1753 barockisiert)
12.12.1443 Verheerender Stadt- und Klosterbrand
2.4.1460 Die Reichsabtei wird in ein adliges Chorherrenstift umgewandelt
Vor 1468 Neubau der Stiftsgebäude, des Kreuzgangs und 1473 der Liebfrauenkapelle
1473-1476 Wolfgangkirche (seit 1969 Pfarrkirche)
1611 Jesuitenkloster
1680-1704 Der Jesuitenpater Philipp Jeningen im Herrschaftsgebiet tätig
1661-1662 Stiftskirche instandgesetzt und erstmals barockisiert
1682-1695 Hochbarocke Wallfahrtskircheauf dem Schönenberg (1709 -1715 wegen Blitzschlag erneuert)
1720-1723 Jesuitenkolleg und Gymnasium
1724 Jesuitenkirche (1802 Garnisonsund seit 1817 Evangelische Stadtkirche)
1724-1729 Stiftskirche barockisiert
1737-1741 Donato Riccardo Retti, Emanuelo Pighini und Carlo Carlone gestalten die Stiftskirche im Rokokostil aus
1749-1756 Schönenberg-Priesterseminar
um 1800 Das Ellwanger Herrschaftsgebiet umfasst 500 km2 und 20 000 Einwohner
1802/1803 Die Fürstpropstei wird säkularisiert und gelangt an Württemberg
1803-1938 Württembergisches Oberamt Ellwangen
1812-1816 König Friedrich errichtet in Ellwangen für die an Württemberg gekommenen Katholiken ein Generalvikariat, eine katholische Landesuniversität und ein Priesterseminar
1817 König Wilhelm von Württemberg verlegt Generalvikariat und Seminar nach Rottenburg und die Theologische Fakultät nach Tübingen •
1909/1910 Renovation der Stiftskirche
1959-1964 St. Vitus umfassend restauriert, Krypta wieder hergestellt
1964 Papst Paul VI. erhebt St. Vitus in den Rang einer „Basilika minor"
1972 Ellwangen wird Große Kreisstadt
1983 750-jähriges Weihejubiläum der Stiftskirche
1999 Frühbarocke Sebastianskapelle wird ökumenische Begegnungsstätte
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