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Die Gemeinde Erlangen Neustadt
Die Kirche
Kantorei
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Adresse
Die Neustädter Kirche
Die neue, größere Kirche errichtete die Gemeinde im östlich anschließenden Seminargarten der Ritterakademie. Im Juni 1725 wurde der erste Stein gelegt. Dabei hat man wohl aus Sparsamkeit auf eine größere Feier verzichtet. Als Architekt wurde der markgräfliche Baumeister Wenzel Perner berufen, der viele Verbindungen nach Bamberg hatte
und sich später als Nachfolger von Johann Dientzenhofer, der zusammen mit seinem Bruder Leonhard Kloster Banz geschaffen hat, als bischöflicher Hofbaumeister bewarb. Wahrscheinlich kommt es daher, dass der Grundriss unserer Kirche eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem berühmten Kirchenbau aufweist. An ein ausgedehntes Langhaus schließt sich nach Osten zu ein halbrunder Chor an, eine für den protestantischen Kirchenbau des 18. Jahrhunderts ungewöhnliche Planung. Das ursprüngliche Konzept für diesen Chor ist heute kaum noch zu bemerken. Es sollte nämlich ein von allen Seiten mit Licht umfluteter Altar im Chorraum stehen, was eine prachtvolle Wirkung ergeben hätte. Leider erwies sich die Akustik der Kirche als ungenügend, und der Pfarrer war bei der Predigt schwer zu verstehen, sodass im Jahre 1788 der Altar nach vorne gerückt und durch eine Fensterwand mit den seitlichen Wänden verbunden wurde. Im Jahre 1904 hat man diese durch eine massive Mauer ersetzt.
Perner übernahm im Inneren den für die Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth üblichen Markgrafenstil. Dieser ist geprägt durch Kanzelaltar und von Balustern gesäumte Emporen, die Platz für die Mitglieder der im 18. Jahrhundert wachsenden Gemeinden boten. Um den streng gerichteten Charakter zu vermeiden, der durch die die Emporen tragenden Säulen entsteht, wählte er ein anderes Konstruktionsprinzip als an der Altstädter Kirche. Er ließ die Balken gleich beim Bau in die Mauern einfügen und nicht erst nachträglich aufrichten. Die Emporen sollten also frei tragend ihre Wirkung entfalten. Beim Gottesdienst zur Gründung der Universität am 4. November 1743 hatte man aber Bedenken, dass sie das Gewicht der vielen Gläubigen nicht aushalten würden, und unterstützte sie mit Säulen, die heute noch vorhanden sind. Am Äußeren der Kirche hat Perner aber seine Vorstellungen realisieren können. Die Fassade ist auf der Nord- und Südseite völlig symmetrisch wie die eines prächtigen Palastes gestaltet. Durch die Enge des Neustädter Kirchenplatzes und vor allem durch die Bäume ist diese Besonderheit kaum noch zu bemerken.
Weil die Bebauung auf der Südseite, der heutigen Friedrichstraße, schon weit vorangeschritten war, ergab sich auf dem Platz auch keine Fernwirkung für den Turm. Perner hat ihn deshalb in der Flucht de heutigen Apothekergasse und der Kammererstraße als „Point de Vue“ platziert. Aus dem gleichen Grunde hat man später auch den Turm der heutigen Reformierten Kirche am Hugenottenplatz in der Flucht der Einhornstraße errichtet, wodurch die für Erlangen typischen Abschlüsse von Straßen mit Türmen entstanden.
Der Bau der Kirche ging langsam voran, obwohl Gemeindeglieder in lutherische Gebiete ausgesandt wurden, um dort Geld zu sammeln. Im Jahre 1733 konnte Maurermeister Johann Munzert, der zusammen mit seinem Sohn Leonhardt die Kirche errichtet hat, den Bau der Umfassungsmauern abschließen, sodass Zimmermeister Johann Ernst Sack den Dachstuhl aufrichten konnte. In den folgenden Jahren hat man dann für die Ausstattung des Inneren gesorgt. Besonders hervorzuheben sind die Deckenmalereien, die Christian Leimberger, ein bedeutender Maler seiner Zeit, der aus Erlangen stammte, in den Jahren 1734 bis 1737 geschaffen hat. Am 8. Dezember dieses Jahres konnte die Kirche geweiht werden. An diesem Tag sah der Altar allerdings noch nicht so aus, wie wir ihn heute kennen. Hofbildhauer Johann Gabriel Räntz aus Bayreuth, der Bruder von Landbauinspektor Johann David Räntz, schuf die Kanzel, die im Jahre 1737 aufgerichtet und 1744 in den neuen Altar integriert wurde. Für diesen verwendete man die Steine vom Altar der Schlosskirche, die profaniert worden war und an der Stelle des heutigen Mineralogischen Institutes im Schlossgarten stand. Auch das Gitter um den Altar stammt zum Teil aus dieser Kirche. Für diesen verehrte der Hofmaler Martin Simon Gläser die beiden Gemälde „ Der Gute Hirte“ und „Gloria“, und die Bildhauerarbeiten (außer der Kanzel) lieferte Martin Mender. In den Jahren 1739 bis 1741 baute der Nürnberger Johann Glis die Orgel auf der Empore, die nach vielfachen Änderungen im Jahre 1919 durch ein Werk der Firma Steinmeyer aus Öttingen ersetzt wurde.
Unter dem Altar befindet sich eine ausgedehnte Gruftanlage, die zusammen mit ihm eingebaut wurde und in der Honoratioren gegen die Bezahlung einer nicht geringen Gebühr bestattet wurden. Hier fand auch Sophie Caroline Marie, die Witwe von Markgraf Friedrich von Brandenburg-Bayreuth, am 25. Dezember 1817 ihre letzte Ruhe. Vor dem Bau dieser Anlage fanden Beisetzungen unter der Sophienkirche statt, teils in Grüften, teils aber auch in Sandgräbern.
Aus finanziellen Gründen konnte anfangs der Turm zusammen mit dem Kirchenschiff nur bis zu dessen Höhe aufgemauert werden. Im Jahre 1762 hatte sich offensichtlich die Lage der Gotteshauskasse gebessert, sodass die Vorsteher an den Weiterbau des Turmstumpfes denken konnten. Die Maurermeister Georg Fiedler und Georg Christoph Brückner wurden mit den Arbeiten beauftragt. 1764 war das zweite Turmobergeschoss fertig und im folgenden Jahr der Achtort. Die Pläne dürften auf den Bauinspektor Johann Georg Weiß zurückgehen, der schon die Risse für die Kanzel und die Deckengemälde Christian Leimbergers entworfen hatte. Allerdings trug der Turm anschließend nur ein schlichtes Dach, das erst im Jahre 1830 durch die uns bekannte Kuppel und die Laterne ersetzt wurde. In diesem Jahr stiftete Bürgermeister Knab auch das Gitter an der Turmgalerie.
Nach 100 Jahren hat man die Kirche grundlegend renoviert. Am 11. November 1838 feierte die Gemeinde den Abschluss der Arbeiten mit einem Gottesdienst. Das Schiff bot bis zu dieser Zeit einen anderen Eindruck als heute. Die seitlichen Kirchenstände wie auch die auf den Emporen waren mit Fenstern und hölzernen Gittern verschlossen. Diese wurden entfernt und die Balken wie auch die Orgel erstmals gestrichen. Seitdem blieb der Eindruck des Kirchenraumes weitgehend unverändert, sieht man von der Vergrößerung der Orgelempore in den Jahren 1856 und 1919 und der Entfernung der oberen Orgelempore in letzterem Jahr ab. Im ZweitenWeltkrieg erlitten die Kirche und vor allem die bedeutenden Deckengemälde Christian Leimbergers besonders durch Artilleriebeschuss schwere Schäden, die erst im Jahre 1955 beseitigt werden konnten. Bei der Renovierung in den Jahren 1979 bis 1982 hat man die beiden vorderen Banksitzreihen im Schiff weggenommen und 1987 dann auf einem runden Steinsockel einen Altar aufgestellt, den der Nürnberger Bildhauer Heinz Heiber aus Holz geschaffen hat. Der Taufstein, der aus der ehemaligen Sophienkirche herüber gebracht worden war, steht heute etwas mehr nach Westen gerückt als vorher.
Kantorei
Unsere Kantorei wurde 1984 von Ekkehard Wildt neu gegründet und zählt circa 45 Sängerinnen und Sänger.
Wir widmen uns der Kirchenmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart. Wir gestalten Gottesdienste und Konzerte mit Motetten und Oratorien in der Neustädter Kirche. Bei unseren Oratorienaufführungen arbeiten wir mit namhaften Orchestern zusammen: Mitglieder der Bamberger Symphoniker, Jenaer Philharmonie, Regensburger Kammerorchester, Nürnberger Bachsolisten.
Probe ist immer freitags von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Orangerie im Schloßgarten, Eingang D, Musiksaal.
Leitung: Kantor Ekkehard Wildt
Tel. 09131 - 8526396
privat: 09131 - 57613
Fax: 09131 - 8522227
oder 09131 - 539976
weitere musikalische Aktivitäten:
Akademischer Chor
Mittwochs 19.30-22.00 Uhr
Vokalensemble
Projektbezogen
UMD Prof. Dr. Konrad Klek
Tel. 85-22226
Collegium Musicum
Montags 20.00-22.00 Uhr
Akademischer Musiklehrer Ekkehard Wildt
Tel. 85-26396
Blechbläserensemble
Dienstags 19.00 und 20.00 Uhr (2 Gruppen)
Big Band
Dienstags 19.00-21.00 Uhr
Akademischer Musiklehrer Ulrich Nehls
Tel. 85-22268
Alle Proben finden im Institut für Kirchenmusik in der Orangerie, Schloßgarten 1, statt. Detaillierte Informationen finden Sie im jeweiligen Semesterprospekt oder unter "Musizieren an der Universität"
Kreise und Gruppen
Hauskreise
Verschiedene Gruppen treffen sich wöchentlich, um miteinander Bibel zu lesen, zu singen, zu beten, Fürbitte zu halten.
Frauenkreis
Frauen unserer Gemeinde treffen sich einmal im Monat, um Kontakte und Gemeinschaft zu schaffen und zu pflegen. Das Programm umfasst u.a. Gespräche, (Dia)-Vorträge, Bibelarbeiten, gemeinsame Ausflüge und miteinander feiern.Näheres finden Sie im Gemeindebrief.
Eltern-Kind-Gruppen
Eltern und Kinder treffen sich zum Spielen, Singen und Erfahrungsaustausch. Es gibt mehrere Gruppen, Genaues steht im Gemeindebrief.Im Gemeindehaus am Bohlenplatz steht ein Eltern-Kind-Raum zur Verfügung. Willkommen!
Dienstagsgespräch
An einem Dienstag im Monat treffen sich hier Menschen jeder Altersgruppe, um über Themen des Glaubens und Fragen der Zeit zu sprechen. Jeder kann sich in die Gemeinschaft einbringen.Beginn: 20.00 Uhr, Neustädter Kirchenplatz 7.
DritteWeltLaden Erlangen
Der DritteWeltLaden versteht sich als Informationszentrum und Gesprächsforum. Integrierender Bestandteil ist der Verkauf von Waren aus Selbsthilfeprojekten, um Probleme des Welthandels zu verdeutlichen.Ladenöffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-13 Uhrmail: dritte-welt-laden@nefkom.net
Seniorentreff
Dienstags um 14.30 Uhr treffen sich ältere Gemeindeglieder (ab ca. 50) zur "Rocknstubn" im Gemeindehaus am Bohlenplatz, um miteinander Kaffee zu trinken und zu plaudern. An einem Dienstag im Monat findet im Saal des Gemeindehauses am Bohlenplatz der "Große Seniorennachmittag" statt. Im Gemeindebrief finden Sie das genaue Programm.
Bibelstunde
Mittwochs um 14.30 Uhr trifft man sich im Gemeindehaus am Bohlenplatz zunächst zum Kaffeetrinken. Um 15 Uhr ist Bibelstunde.
Besuchsdienst
Ehrenamtliche Mitarbeiter haben sich bereiterklärt, an Stelle der Pfarrer unsere älteren Gemeindeglieder ab siebzig an ihrem Geburtstag zu besuchen. Der Kreis trifft sich monatlich zum Austausch und zur Koordination.
Adresse
Evangelisch-Lutherisches Pfarramt:
Ingrid Moritz
Friedrichstraße 15
91054 Erlangen
Bürostunden:
Montag-Donnerstag 9-12 und 14-16 Uhr
Freitag 9-12 Uhr
E-Mail: neuunikirche@surfeu.de
Tel.: 09131/23889
Fax: 09131/205826
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