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Die Dorfkirche Cölpin
Die Familie von Dewitz
Der Kirchbau
Der Kirchturm
Die Glocke
Die Orgel
Die Winterkirche
Die Deckengemälde
Die Familie von Dewitz
Die Geschichte des Ortes und der Kirche Cölpin ist eng verknüpft mit der Geschichte der Familie Dewitz, die von Anfang an Besitz in Cölpin und Umgebung hatten.
Der Dreißigjährige Krieg brachte große Verwüstung. 1639 lagen die Äcker unbestellt und die Höfe waren abgebrannt, so daß ein Teil des Gutes an die Gläubiger abgetreten werden mußte. 1694 erwarb Generalleutnant Stephan von Dewitz aus der Daberschen Linie (Pommern) des Hauses durch Vergleich und Übernahme von Schulden den Besitz von ganz Cölpin nebst dem Anteil in Ballwitz und Hainholz in Dewitz. Im Besitz dieser Linie des Dewitzschen Hauses war Cölpin noch bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Nach Ende des II. Weltkrieges folgte dann im Rahmen der Bodenreform die Enteignung der Güter.
Aber die Familie von Dewitz fühlt sich bis heute mit ihrer alten Heimat verbunden.
Lothar von Dewitz gründete einen „Förderverein Cölpin, Holzendirf und Krumbeck“, der etliche Spenden zur Sanierung und Reparatur der Kirche beitrug.
Der Kirchbau
Bei der Cölpiner Kirche handelt es sich wie bei den Kirchenbauten in Alt Käbelich und Leppin um einen Feldsteinquaderbau des Übergangsstils aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Gerbekammer ist bündig an der Nordostecke angebaut. Das Westende der Kirche ist verstümmelt und Ende des 15. Jahrhunderts durch einen spätmittelalterlichen massiven Turmunterbau mit geböschtem Holzturm darauf ersetzt. Aus dieser Zeit stammt auch die südliche Vorhalle (siehe Grundriß rechts). Bei einer Kirchenvisitation nach dem Dreizigjährigen Krieg im Jahre 1661 wurde festgehalten, daß die Kirche vom Patron unlängst renoviert wurde.
Aus dem 18. Jahrhundert stammt der nördliche Gruftanbau. 1792 wird durch Stephan Werner von Dewitz ein barocker Ausbau vorgenommen, die Fassade überputzt und bemalt, die Fenster im Osten verbreitert und alle Spitzbögen der Fenster in Korbbögen verwandelt, auch der Bogen des Südportals. Die Decke wurde geputzt, sowie die herrschaftliche Empore der südlichen Vorhalle, Orgelempore und Kanzelaltar errichtet. Auf alten Aufnahmen um 1920 ist noch der Außenputz des Kirchenschiffes mit aufgemaltem Fugennetz erkennbar. Heute ist davon nichts mehr übrig und die alten Feldsteinquader geben der Kirche wieder ihren ursprünglichen Charakter.
Ursprünglich waren drei Portale vorhanden. Das alte Westportal ist durch den Turmumbau verschwunden. Das Nordportal ist vermauert durch den Gruftanbau. Das Südportal, ursprünglich die Priesterpforte, dient heute als Eingang.
Der Kirchturm
Der Turm ist in die Spitzbogenöffnung des abgebrochenen Westhauses spätmittelalterlich hineingebaut als abgesetzter, quadratischer Unterbau aus Findlingsmauerwerk bis zur Traufhöhe der Kirche. Die Innenmaße betragen 3,30 x 3,50 m bei einer Mauerstärke von 1,80 m.
Die alte Sockelfase und zwei Abtreppungen des alten Westportales sind beim Bau wieder benutzt worden. Der Spitzbogen ist stumpf, die Sockelfase ist herumgekröpft. Die Öffnung über dem Portal ist barock verändert. Das innere Portal zwischen Turm und Schiff ist in Backstein dreifach abgetreppt mit etwas stumpfen Spitzbogen. Das Innere des Turmes hat die in Felsen gemauerten Schildbögen für ein hoch ansetzendes spitzbogiges Kreuzgewölbe. Auf dem massiven Unterbau steht ein geböschter, mit Brettern bekleideter Holzfachwerkturm nach mittelalterlicher Art, der nach einem Visitationsbericht 1661 schon vorhanden war.
Der achtseitige Helm ist an den Mitten der Quadratseite auf Konsolen übergesetzt. Zwischen den vier Eckständern steht in jeder Quadratseite noch ein Mittelständer, durch Riegel verspreizt und durch drei ineinandergreifende Andreaskreuze zusammengebunden.
In der Wetterfahne steht geschrieben "ST. W. v. D. 1792" (Stephan Werner von Dewitz und das Jahr des barocken Ausbaues 1792).
Die Glocke
Ursprünglich trug die Cölpiner Kirche in ihrem Turm drei Bronzeglocken. Nach 1929 - wahrscheinlich während des II. Weltkrieges - wurden zwei der drei Glocken jedoch ausgebaut.
Die noch vorhandene Glocke stammt aus dem Jahre 1573
Die Winterkirche
Wie auch die anderen historischen Kirchen der Kirchgemeinde Alt-Käbelich verfügt die Cölpiner Kirche nicht über eine Heizung. Der Platz unter der Orgelempore wurde abgetrennt und als beheizbare Winterkirche eingerichtet
Um auch im Winterhalbjahr für größere Gottesdienste eine angenehmere Temperatur zu schaffen, wurde in der Kirche im März 2004 eine elektrische Sitzheizung installiert. Gleichzeitig wurde das Gestühl repariert
Die Deckengemälde
Zu Beginn der 1990er Jahre wurde bei einem Unwetter der Turm der Kirche beschädigt. Einerseits war die Not groß, da das Geld für die erforderlichen Reparaturen nicht zur Verfügung stand. Andererseits konnte man endlich in das bisher verborgene Dachgestühl hineinsehen. Dort fanden sich unter einer dicken Staubschicht vier Gemälde, die einst die hohe Holzdecke der Kirche geschmückt haben:
- Die Verkündigung,
- Die Geburt Christi,
- Die Anbetung der Heiligen Drei Könige und
- Die Taufe von Jesus Christus durch Johannes den Täufer
Diese Deckengemälde wurden ungefähr um 1700 von einem unbekannten volkstümlichen Maler gemalt.
Zwei der Gemälde konnten zum Reformationsfest 2001 in restauriertem Zustand wieder der Kirche übergeben werden, die beiden letzten Deckenbilder wurden am 17. März 2002 im Rahmen eines Feiergottesdienstes der Kirchgemeinde übergeben. Da die Bilder aus statischen Gründen nicht wieder an ihrem ursprünglichen Platz an der Decke befestigt werden konnten, entschied man sich für die Anordnung auf der Orgelempore.
Die großen Bilder wurden für die Betrachtung aus größerer Distanz gemalt, da ihre ursprüngliche Position unter der Kirchendecke eine dichte Betrachtung nicht zuließ. Daher sind sie nun vom Zentrum des Kirchenraumes aus besonders gut sehen.
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