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Händel, Georg Friedrich
Weltstar des Barock
Festlichkeit, Klangfülle, Virtuosität und emotionale Ausdruckskraft gelten als die typischen Merkmale barocker Musik. G.F. Händel vereinte diese Attribute wie nur wenige Künstler seiner Zeit und schuf damit Musik, die auch heute noch begeistert. Am 14. April 2009 jährte sich sein Todestag zum 250. Mal.
G.F. Händel war der erste Star unter den Komponisten. Er war der erste lebende Künstler, dem ein Denkmal gesetzt wurde - eine lebensgroße Marmorstatue in den Vauxhall Gardens. Sein Einkommen übertraf das aller anderen Komponisten um ein Vielfaches. - Und er war ein echter Europäer schon zu seiner Zeit.
Mit dem Unterricht bei dem damals besten hallischen Musiker und Musikpädagogen, Friedrich Wilhelm Zachow, wurde der Grundstein für seine spätere Karriere gelegt. Auf Empfehlung seines Lehrers bekam er 1702 im Alter von 17 Jahren seine erste Stelle als Organist im Dom in Halle.
In den Jahren 1707 bis 1710 arbeitete Händel - nach anfänglichem Aufenthalt in Florenz - für den Marchese Francesco Maria Ruspoli in Rom. Seine Oper „Agrippina“ (Uraufführung im Dezember 1709 in Venedig) wurde ein legendärer Erfolg. Das Publikum feierte Händel „Viva il caro Sassone“ - „Es lebe der liebe Sachse“.
Den größten Teil seines Lebens verbrachte Händel in England. Ab 1712 lebte und arbeitete er in London. Sein erster Mäzen wurde der 3. Earl of Burlington, in dessen Hause er als freier Künstler mit einem gesicherten Lebensunterhalt musizierte. Bereits in Deutschland hatte Händel in den Diensten Georg Ludwigs von Hannover - seit 1714 König Georg I. von Großbritannien und Irland - gestanden. Von ihm bekam Händel die Garantie, auch weiterhin seine bisherige von der verstorbenen Königin Anne gezahlte jährliche Pension von (L) 200 zu erhalten. Im Jahr 1723 verdoppelte sich diese mit der Verleihung des Ehrentitels „Composer of Music for His Majestry‘s Chapel Royal“ - und garantierte Händel zeitlebens finanzielle Unabhängigkeit.
Händels Opern bestimmen die Entwicklung des Theaters im 18. Jahrhunderts ganz entscheidend mit. Aus der vor allem von Bühneneffekten und dekorativen Szenen beherrschten Barockoper wird das von Sängern dominierte musikalische Drama - Händels „dramma per musica“. Doch auf den Beifall folgten öffentliche Ablehnung und der Boykott seiner Aufführungen durch Publikum und Presse. Denn in London begannen sich die Bürgerlichen durchzusetzen - die als „Adelsoper“ geltende italienische Opera seria lehnten sie ab.
Im Tiefpunkt seiner Karriere zieht Händel aus diesem Scheitern geniale Konsequenzen und schafft mit seinen Oratorien - vor allem dem „Messiah“ - ein neues musikdramatisches Genre.
Die größte Popularität verdankt Händel neben dem „Messiah“ seiner „Wassermusik“.
Über diese berichtete der Daily Courant am 19. Juli 1717:
„Am Mittwoch abend _ ungefähr um acht _ begab sich der König in einem offenen Schiff auf eine Bootsfahrt …….. und fuhr _ von vielen anderen mit Standespersonen besetzten Booten begleitet _ flussauf nach Chelsea. Ein Schiff der Stadtgilde trug die Musiker, die über 50 Instrumente jeglicher Art verfügten. Sie spielten die ganze Zeit die schönsten _ besonders für diese Lustfahrt von Mr. Hendel komponierten Sinfonien, welche Seiner Majestät derart gefielen, dass sie auf dem Hin- und Herweg dreimal wiederholt werden mussten.“
Die Feuerwerksmusik wurde am 27. April 1749 bei einem Feuerwerk uraufgeführt, welches der britische König Georg II. aus Anlass der Beendigung des Österreichischen Erbfolgekrieges im Londoner Green Park veranstalten ließ. Die Musiker befanden sich dabei auf Booten auf der Themse. Eine Generalprobe fand am 21. April 1749 in den Vauxhall Gardens vor 12.000 begeisterten Zuhörern statt.
Obwohl das Feuerwerk bei der Hauptveranstaltung aufgrund der Witterung und technischer Probleme ein kompletter „Reinfall“ war _ ein hölzerner Pavillon geriet dabei in Brand _, konnte die Musik den feierlichen Tag der Uraufführung retten.
Nicht nur in Orchesterfassung sind diese beiden Werke Hits. Der riesige Tonumfang und die enorm zahlreichen Möglichkeiten von Klangfarben lassen Wassermusik und Feuerwerksmusik auch auf der Orgel interpretiert zu einem unvergesslichen Klangerlebnis werden.
Klangbeispiele gibt es auf http://www.bitburg24.de --> Mediathek --> Suche: Detlef Steffenhagen
sowie bei YouTube: http://www.youtube.com/view_play_list?p=4EAAD62BEBB77AC8 .
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