| - News - Gesangbuch in gerechter Sprache |
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Rezension von Ingo Hoesch, Kreiskantor des Kirchenkreises Wesermünde Nord
Das Büchlein aus dem Gütersloher Verlagshaus, dass 2005 erschienen ist und 12,95 € kostet, hat 160 Seiten auf denen der Nutzer nicht nur sehr viele Bekannte Lieder, diese teilweise mit qualitativ sehr unterschiedlichen Textneudichtungen versehen, sondern auch „neue“ Lieder findet und Bibeltexte in Nachdichtungen der Autoren.
Im Vorwort (ich zitiere):“Aber bevor wir z. B. weiterhin Frauen zumuten, von sich in männlicher Form zu singen, oder ein HERRliches Gottesbild weiter tradieren, haben wir es vorgezogen, dafür ein anderes Lied auszuwählen.“ weisen die Herausgeber auf einen Sachstand hin, der im Bereich der feministischen Theologie des vergangenen Jahrhunderts. So wird in verschiedenen Liedern von der „Schöpferin“, „Trösterin“, oder der „Geistin“ gesungen wird. In einer Nachdichtung zu „Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu Dir“ wird: “Aus Tiefen rufe ich Dir zu, ach hör mir zu, Lebendige“. Im weiteren Verlauf allerdings wird dann von „Gott“ gesungen.
So kann das "Gesangbuch in gerechter Sprache" durchaus mit Gewinn benutzt werden - allerdings nur in Verbindung mit dem Evangelisches Gesangbuch (EG). Denn nur dann ist es möglich zu entdecken, was "Singen von deiner Gerechtigkeit" bedeutet: Umschreiben von Texten, Auslassung von Strophen bei Liedklassikern. Das schließt allerdings aus, dass auf die zum Teil Jahrhunderte alte Geschichte der Lieder und ihre Entstehungssituation Rücksicht genommen wird und das nur um vermeintlich "gerechte Sprache" anzubieten. So wird den Liedtexten und ihrer „Predigt“ keine Gerechtigkeit zu teil.
In dem Gesangbuch findet der Nutzer neben einem Vorschlag, wie „Mann/Frau“ Gottesdienst feiern kann mit einer Liturgie in gerechter Sprache (entnommen aus der „Agende in gerechter Sprache“), wo es dann im „Vater unser“ nicht mehr um unseren „himmlischen Vater“ geht, sondern nur noch: „Du im Himmel...“ heißt. Viele Formulierungen auch der abgedruckten Bibelstellen (alle entnommen der Bibel in gerechter Sprache) lassen ein schales Gefühl von Verwässerung und Schwachheit zurück. So ist von „Das Wort sie sollen lassen stahn“ (Martin Luther in „Ein feste Burg ist unser GOTT“) zumindest an vielen Stellen des „Gesangbuches“ keine Rede.
Ein kleines Plus des Gesangbuches: Es bietet einige wenige schöne Segensworte und Gebete.
Dieses Gesangbuch ist kein Muss und keine wirkliche Bereicherung des gottesdienstlichen Ritus, es kann höchstens „Beiwerk“ sein, wie die Kirchentagshefte, die mit ihrem Liedgut (manchmal leider) kaum Eingang finden in den sonntäglichen Gottesdienst.
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