- News - Orgelfest Ottobeuren << zurück

„ORGELFEST OTTOBEUREN“ mit Ewald Kooiman

Weltenbummler und Philosoph – das ist seit annähernd 50 Jahren die Visitenkarte von Ewald Kooiman, und so war der holländische Orgelmeister in 5 Tagen in Ottobeuren vom 24. bis 28. September zu erleben. Ein Großmeister an der Orgel und ein Dozent mit umfassender Bildung, weit gereist und erfahren in allen Sparten der Orgelkunst. Gekommen waren Kursteilnehmer aus aller Welt: aus Japan, Dänemark, aus Österreich, der Schweiz, aus Israel und aus Deutschland.

Eröffnet wurde das „Orgelfest Ottobeuren 2008“ mit einem Konzert von Jean-Baptiste Robin aus Paris. Stolz auf ihr alljährliches, internationales Orgelfest präsentiert sich Ottobeuren gerne mit Bürgermeister Bernd Schäfer als gastfreundliche Gemeinde in Bayrisch Schwaben.
Eine Gemeinde mit vier besonderen Instrumenten: die beiden Chororgeln von K.J.Riepp (IV/49, II/27 von 1766), die Steinmeyer-Klais Marienorgel (V/121) in der Basilika und eine norddeutschen Barockkopie in der evangelischen Kirche.

Im Zentrum des Orgelfestes ein beeindruckender Ewald Kooiman, der in bewundernswerter Leichtigkeit im Wechsel der Sprachen die internationale Studentenschaft unterrichtete.
Undogmatisch, aber kundig in jeder Hinsicht ermutigte Prof.Kooiman die Teilnehmer durch Anregungen, Ratschläge, Tipps und Hilfen zu musikalischer Interpretation, spieltechnischer Ausführung und Registrierung bis hin zu Übmethoden. Auch durch die kluge Abwechslung von Bach und altfranzösicher Orgelmusik, komplexen und einfachen Stücken, Plena und Registrierungen aus dem reichhaltigen „Farbenschatz“ der Orgel blieb der Unterricht spannend. Ein bemerkenswert positives Klima übertrug sich auf die begeisterten Teilnehmer.

Das Rahmenprogramm bereicherte durch einen interessanten Vortrag von Joseph Miltschitzky zur Orgelgeschichte von Ottobeuren, und eine Tagesstudienreise zu weiteren wunderbaren Instrumenten der näheren Umgebung von Ottobeuren in Kloster Roggenburg, Babenhausen und der Holzhey-Orgel von Schließen.

Großartiger Höhepunkt das Konzert mit Prof. Ewald Kooiman in der Basilika. Ein ungewöhnliches Programm mit Werken von Couperin, de Grigny und Balbastre auf der historischen Dreifaltigkeitsorgel und Daquin, J.S.Bach und Joseph Jongen auf der großen Maienorgel überzeugte durch die aufgebauten Spannungsbögen und die überragende Kunst des Spielers in der Gesamtgestaltung und im Detail bis hin zu Registrierung und Artikulation. Auch die Teilnehmer hinterließen am Sonntag beim öffentlichen Abschlußkonzert mit im Kurs erarbeiteten Werken einen musikalisch überzeugenden Eindruck.

Alles in allem ein reichhaltiges, hocherfreuliches „Orgelfest Ottobeuren 2008“! Deshalb: ein herzlicher Dank an www.ORGANpromotion.org., durch deren Arbeit das Orgelfest erst Wirklichkeit werden konnte!

Marianne von Einsiedel, Dresden