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Internationaler Orgelsommer in Naumburg
5. Konzert

Das 5. Konzert des Internationalen Orgelsommers 2017 findet am Freitag, den 4. August, 19.30 Uhr statt.

"Von Hildebrandt zu Ladegast, von Bach zur Romantik, von deutscher zu französischer Orgelkunst" - 
Wandelkonzert von St. Wenzel nach St. Marien-Magdalenen

Daniel Maurer (St. Thomas Strasbourg) spielt an der Hildebrandt-Orgel von 1746 Werke von Johann Sebastian Bach sowie danach an der Ladegast-Orgel in St. Marien-Magdalenen von 1869 Werke von Robert Schumann, Johannes Brahms, Camille Saint-Saëns, Alexandre-Pierre-François Boëly, Gabriel Pierné und Charles-Marie Widor. 

Eintrittskarten zum Preis von 12,- €/erm. 9,- € erhalten Sie im Vorverkauf bei der Touristinformation Markt 6, 06618 Naumburg/S., Tel. 03445 273 125 oder an der Abendkasse. Eine Einführung in das Konzert erfolgt 19.00 Uhr auf der Chorempore St. Wenzel.



Das diesjährige Wandelkonzert des Internationalen Orgelsommers beginnt mit dem wahrscheinlich berühmtesten Orgelwerk der Welt: Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll. Dieses Genial-Unerhörte Jugendwerk vereint aufrichtiges Pathos und effektvolle Virtuosität mit einem sich ständig wandelnden Fluss der Emotion und durchsichtigem Klangspiel.
Es folgen kleinere Orgelchoräle Bachs, welchen gemeinsam ist, in keiner der bekannten Sammlungen (Leipziger Choräle, Orgelbüchlein etc.) zusammengefasst worden zu sein, sondern vereinzelte Bearbeitungen darstellen. Nach zwei Bearbeitungen über „Liebster Jesu, wir sind hier“, welche an die Schreibweise der Choräle aus dem Orgelbüchlein erinnern, folgt ein sog. „Arnstädter Orgelchoral“ über „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’“. Der scheinbare Begleitsatz für den Gemeindegebrauch wird von stürmischen Zwischenspielen unterbrochen, welche die sukzessiven Zeilen des Kirchenliedes voneinander trennen. Mit zwei eigenen Transkriptionen schließt Daniel Maurer den ersten Programmteil in St. Wenzel. Zunächst erklingt mit „Meine Seele erhebet den Herren“ ein Satz aus Bachs Magnificat (BWV 243). Über das gesungene „Suscepit Israel puerum suum, recordatus misericordiae suae“ (Er hat sich angenommen seines Knechtes Israel, hat neu erwiesen sein Erbarmen) erhebt eine Oboe ihren Gesang.
Bei der Transkription des drei-sätzigen Concertos a-Moll handelt es sich bereits im Bachschen Original um eine Transkription. Dieser nämlich übertrug Antonio Vivaldis h-Moll Concerto für vier Violinen und Streicher in eine Fassung für vier Cembali und Streicher. Gleichzeitig bündelte und erweiterte er die kontrapunktische Schreibweise Vivaldis, reicherte die Harmonik an und dehnte die solistischen Anteile aus. Die drei Sätze präsentieren eine brillante und hochvirtuose Musik.

Im Gegensatz zur Konzentration auf Werke Johann Sebastian Bachs im ersten Konzertteil in St. Wenzel erklingt an der Ladegast-Orgel der Marien-Magdalenen Kirche Musik der deutschen und französischen Romantik.
Fantaisie et Fugue in B-Dur ist die zu Recht berühmteste Orgelkomposition von Alexandre-Pierre-François Boëly und eines der Schlüsselwerke der französischen Orgelsymphonik, welches die klassische Tradition mit einer modernen pianistischen Schreibweise verbindet. Auf eine Perpetuum-mobile-Toccata folgt zunächst eine Fuge in b-Moll (!), welche sich immer weiter bis in eine Rekapitulation der Toccata steigert.
Die beiden folgenden Choräle orientieren sich am Kontrapunkt eines J.S. Bach, werden aber mit einer ganz eigenen Eleganz und Ausdruckswärme angereichert.
Nach der kurzen und spielerischen „kanonischen Studie“ Robert Schumanns erklingt mit „Miserere Mei Domine“ von Charles-Marie Widor eine weitere Bach-Transkription. Diese fühlt sich dem Original aber weniger wörtlich verpflichtet, so dass das „Präludium in d-Moll“ aus dem „Wohltemperierten Klavier“ hier eine völlige Umdeutung erfährt und die Virtuosität des Originals nun „entschleunigt“ als ausdrucksstarkes „Lento“ auftritt, wobei die daraus entstehende Solomelodie durch Hinzufügung von Stimmen und andere Interaktionen in neues Licht getaucht wird.
Die trübe Grundstimmung der Choralbearbeitung „Herzlich tut mich verlangen (nach einem sel’gen End)“ erzeugt Johannes Brahms durch eine fast monotone Figuration, der eine klopfende Grundierung unterliegt, wobei ab und an kleine Lichtpunkte das Gesamtbild aufzuhellen versuchen.
In Gabriel Piernés Gesamtschaffen stellen Orgelkompositionen nur einen kleinen Bruchteil dar, wobei das Prélude als eine typische Toccata im Perpetuum-mobile-Stil ganz der französischen Tradition verpflichtet ist.
Von dem gleichen Schwung getragen präsentiert sich Camille Saint-Saëns Prélude in Es-Dur. Die abschließende Fugue setzt zunächst streng an, bevor sie sich zu einem grandiosen Schluss steigert.


Pressemeldung Stadt Naumburg - Orgelbüro
weiterführende Links:

Die Orgel in St. Wenzel Naumburg
Die Orgel in St. Marien-Magdalenen Naumburg



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