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Förderung von acht Orgelrestaurierungen
Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und die Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen
fördern acht Orgelrestaurierungen mit 100.000 EURO


Thüringen zeichnet sich als eine der bedeutendsten Orgellandschaften Deutschlands aus. Die Kirchen des Landes beherbergen einen außergewöhnlich reichen Bestand an historischen Orgeln, deren Wert sich über seine Vielfalt definiert, die sowohl verschiedene Epochen der Orgelbaukunst wie auch verschiedene Orgelbauschulen repräsentiert. Daneben erzählen die Sachzeugnisse, seien sie in ihrer ursprünglichen oder veränderten Form erhalten geblieben, einerseits aus der Heimatgeschichte der Regionen, andererseits auch aus der Geschichte des Orgelbaus überhaupt und von den wesentlichen Impulsen, die von Thüringen aus auf die Entwicklung der Gattung ausstrahlten. Die Denkmalfachbehörde verfolgt das Anliegen, die Bedeutung der thüringischen Orgellandschaft für unser kulturelles Erbe zu vermitteln und durch gezielte, moderne denkmalmethodische und -fachliche Konzeptionen nutzbar zu erhalten.
Die seit Jahren praktizierte Kontinuität der fachlichen Beratung und finanziellen Unterstützung orgeldenkmalpflegerischer Vorhaben hat wesentlich dazu beigetragen, den Bestand weitgehend zu sichern, aber auch Orgeln als Instrumente der Kunst und Liturgie zu erhalten oder wiederzubeleben. Darüber hinaus tragen diese Maßnahmen auch zur Stärkung der glücklicherweise in unserer Region noch vorhandenen spezialisierten Orgelbaufirmen
bei.

Seit 2009 unterstützt die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie reparaturbedürftigen Objekten mit einem beachtlichen Orgelrestaurierungsprogramm. In den vergangenen neun Jahren konnten bereits 74 Orgelprojekte in gemeinsamer Förderung durch die Stiftung und das TLDA unterstützt werden. In diesem 10. Jahr kommen acht weitere Orgeln hinzu. Der Erhalt des wertvollen Kulturguts und seine mentale Vermittlung setzen wichtige Impulse für das kulturelle Leben in den kleinen Gemeinden jenseits der großen Zentren, wo die Auswirkungen des demographischen Wandels am stärksten zu spüren sind. Oft bemüht sich eine kleine Schar von Enthusiasten zu erhalten, was zuvor auf breiten Schultern gewachsen war. Das Förderprogramm würdigt dieses bürgerschaftliche Engagement. Nicht selten versammeln sich Menschen in Fördervereinen, um Kirchengemeinden zu unterstützen, oder auch um wesentliche Beiträge zur Erforschung der Geschichte und ihrer Verbreitung zu
leisten.

Zu den Orgeln, die im gemeinsamen Förderprogramm in diesem Jahr berücksichtigt werden konnten, gehören die Kirchen in Taubach, Holzthaleben, Menteroda, Großengottern, Harras, Stützerbach, Martinroda und Pferdingsleben. Diese Kirchengemeinden erhalten 2018 eine Gesamtförderung in Höhe von 100.000 €, die zu gleichen Teilen von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie getragen wird. Das Land Thüringen konnte in den vergangenen 19 Jahren seinen reichen Bestand historischer Orgeln mit insgesamt 3.877.500 € fördern. Für das Jahr 2018 lagen der Denkmalfachbehörde 46 Förderanträge zum Erhalt der wertvollen Instrumente mit einem Antragsvolumen von 462.400 € vor. Davon können 16 Projekte mit 141.500 € berücksichtigt werden. Hinzu kommen weitere 43.000 €, die in diesem Jahr als Ko-Finanzierungsmittel im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes „zur Sanierung und Modernisierung national bedeutsamer Orgeln“ für zwei thüringische Orgeln bereitgestellt werden.



Übersicht der Objekte im gemeinsamen Förderprogramm 2018

Taubach (WE), Ev. Kirche St. Ursula
Die Orgel mit 21 ehemals klingenden Stimmen für zwei Manuale und Pedal auf Schleifladen mit mechanischen Trakturen wurde 1850 von August Witzmann erbaut. Am Instrument sind verschiedene Umbauten abzulesen. Es werden grundlegende Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten für die Wiederherstellung der Spielbarkeit und den langfristigen Erhalt der Orgel durchgeführt. Damit verbunden wird die die Rekonstruktion der ursprünglichen Disposition.
Das TLDA fördert die Maßnahmen mit 9.000 € und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen- Thüringen mit weiteren 9.000 €.
Beauftragte Firma Orgelbau Waltershausen GmbH, Waltershausen

Holzthaleben (KYF), Ev. Kirche St. Peter und Paul
Die Orgel der ev. Kirche zu Holzthaleben gilt als ein Werk der Firma Rudolph Böhm aus Gotha. Das Instrument wurde 1934 nach einem Brand neu erbaut und umfasst 23 klingende Register auf Kegelladen für zwei Manuale und Pedal mit pneumatischen Trakturen. Die rapide Zustandsverschlechterung erfordert zur Wiederherstellung der Funktionssicherheit dringende Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten.
Vom TLDA wird das Vorhaben mit 7.000 € gefördert und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit weiteren 7.000 € unterstützt.
Beauftragte Firma Werkstätte für Orgelbau Karl Brode, Heilbad Heiligenstadt

Menteroda (UH), Ev. Kirche
Die Orgel der ev. Kirche zu Menteroda ist ein Werk von Wiegand Helfenbein aus Gotha. Das Instrument wurde 1938 (?) unter Erweiterungen in das klassizistische Gehäuse der Vorgängerorgel eingebaut. Dabei wurden ältere Orgelbauteile wieder verwendet. 17 klingende Stimmen für zwei Manuale und Pedal stehen auf Kegelladen mit pneumatischen Trakturen. Es sind Erhaltungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen an der bestehenden Substanz vorgesehen.
Das TLDA unterstützt die Gemeinde mit einer Förderung in Höhe von 6.000 €. Darüber hinaus stellt die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen weitere 6.000 € zur Verfügung.
Beauftragte Firma Bernhard Kutter - Thüringer Orgelbau, Friedrichroda

Großengottern (UH), Ev. Kirche St. Martini
Die Orgel wird den Werken des Johann Michael Hesse zugerechnet und 1842 datiert. 18 klingende Register stehen auf Schleifladen für zwei Manuale und Pedal. Es ist die grundlegende und umfassende Restaurierung des Instrumentes geplant, die angesichts der Schädigungen für den langfristigen Erhalt notwendig ist.
Die Maßnahmen werden vom TLDA mit 5.000 € und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit weiteren 5.000 € unterstützt.
Beauftragte Firma Orgelbaumeister Jörg Dutschke, Salzwedel

Harras (HBN), Ev. Kirche St. Jakobus
Die Orgel wurde vom Orgelbauer Johann Michael Schmidt aus Schmiedefeld 1846 erbaut. Substantiell ist sie weitgehend vollständig erhalten geblieben. 14 klingende Register stehen auf Schleifladen für zwei Manuale und Pedal. Aufgrund von Verschmutzungen und Verschleiß, die die Spielbarkeit und den Klang des Instrumentes beeinträchtigen sind für den langfristigen Substanzerhalt grundlegende Instandsetzungsmaßnahmen an der Orgel unumgänglich. Die geplanten Arbeiten dienen der Erhaltung und Wiederherstellung der bestehenden Substanz und Struktur.
Die Kirchengemeinde erhält vom TLDA einen Zuschuss von 7.000 € und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ebenfalls 7.000 €.
Beauftragte Firma Orgelbau Schönefeld, Stadtilm

Stützerbach (IK), Ev. Dreieinigkeitskirche
Die Orgel gilt als Werk des Alfred Kühn und wird 1894 datiert. 12 klingende Stimmen stehen auf Membranenladen für zwei Manuale und Pedal. Am Pfeifenwerk fallen unterschiedliche Faktur und Gestalt, beispielsweise verschiedene Labienformen, auf, die dafür sprechen, dass auch auf präexistentes Material zurückgegriffen wurde. Von den Prospektpfeifen und dem Windversorger abgesehen, ist die Anlage augenscheinlich so, wie sie von der Werkstatt Kühn zusammengestellt worden war, erhalten geblieben. Es sind für die Erhaltung Reinigungs- und Wiederherstellungsarbeiten geplant.
Das TLDA würdigt das Vorhaben mit einer Förderung in Höhe von 7.000 €, die Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen stellt ebenfalls 7.000 € bereit.
Beauftragte Firma Orgelbau Hoffmann & Schindler, Ostheim/Rhön

Martinroda (IK), Ev. Kirche
Die Orgel gilt als ein Werk des Friedrich Wilhelm Holland und wurde 1871 erbaut. 21 klingende Register stehen auf Schleifladen für zwei Manuale und Pedal. Von den stummen Hülsen im Prospekt und dem Windversorger abgesehen, ist die bauzeitliche Substanz und Struktur erhalten geblieben. Verschmutzungen und altersbedingter Verschleiß beeinträchtigen die zuverlässige Spielbarkeit und den Klang des Instrumentes. Es sind daher Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten geplant, die der Erhaltung und Funktionssicherheit dienen.
Das Engagement der Kirchengemeinde wird durch die finanzielle Beteiligung am Restaurierungsprojekt durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit 5.000€ gewürdigt. Das TLDA fördert die Maßnahme ebenfalls mit 5.000 €.
Beauftragte Firma Orgelbau Schönefeld, Stadtilm

Pferdingsleben (UH), Ev. Kirche St. Wigbert
Die Orgel gilt, unter Berufung auf eine ältere Recherche, als ein Werk von Friedrich Heinrich Ratzmann und wird 1847 datiert. Ursprünglich standen 23 klingende Stimmen auf Schleifladen für zwei Manuale und Pedal. Aus früheren Maßnahmen sind unsachgemäße Eingriffe in die Substanz zu beklagen. Es sind Arbeiten geplant, die dem Erhalt und der Reaktivierung der Substanz dienen.
Das TLDA fördert das Vorhaben in diesem Jahr mit 5.000 € und die Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit weiteren 5.000 €.
Beauftragte Firma Bernhard Kutter - Thüringer Orgelbau, Friedrichroda

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Pressemeldung Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
weiterführende Links:

Webseite Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie



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