- Orgeln - St. Johannes Backnang << zurück

Die Orgeln der Kirche St. Johannes in Backnang

Ihre erste Orgel 1894 - 1963, Fa. Link (Heidenheim)
erhielt die Kirche noch im Jahr ihrer Erbauung 1894. Leider gibt es von dem Instrument der Firma Link aus Heidenheim kein Bild. Die zwölf Register standen auf pneumatischen Kegelladen, d.h. die Steuerung der Wind- (=Luft-) Zufuhr in die Pfeifen erfolgte wiederum mit Hilfe von Luftdruck, der kleine kegelförmige Ventile derart anhob, dass der bereitstehende Wind in die Pfeifen strömen konnte. Dieses System dominierte die Orgeltechnik in der Zeit von ca. 1890 – 1930. Die Disposition, die Auflistung der Register der Orgel lautete wie folgt:

Typisch für die Zeit ist die relativ große Zahl an 8-füßigen Registern, die eine subtile Differenzierung der Klangfarbe zulässt, ohne höhere Oktavlagen zu benutzen.

I. Manual, C-f''' II. Manual, C-f'''

Pedal, C-d'

Prinzipal 8'
Gamba 8'
Flöte 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Mixtur, 3 fach 2 2/3'

Geigenprinzipal 8'
Salicional 8'
Lieblich Gedackt 8'
Fugara 4'
Subbaß 16'
Oktavbaß 8'


Die zweite Orgel 1963 - 1988, Fa. Späth (Ennetach)
wurde 1963 eingebaut. Ihr Erbauer war die Firma Späth aus Ennetach. Mit 15 Registern war sie etwas größer als das Vorgängerinstrument.

Die Traktur, die Verbindung von Taste und Pfeifenventil, war nun mechanisch. Sogenannte Abstrakten (hier aus Aluminium gefertigte Zugruten) übertrugen die Bewegung der Taste auf das Ventil. Diese mechanische Bauweise hatte sich über Jahrhunderte im Prinzip bewährt. Allerdings hatte man die Kunstfertigkeit "der Alten" in den Sechzigerjahren noch nicht wiedererlangt. Auch die Materialien, die verwendet wurde, ließen zu wünschen übrig.

Die Disposition verrät die Vorliebe dieser Epoche für hellere Klangfarben.

I. Manual, Hauptwerk II. Manual, Schwellpositiv

Pedal

Prinzipal 8'
Salicional 8'
Oktav 4'
Rohrflöte 4'
Sesqualtera, 2 fach
Gemshörnle 2'
Mixtur, 4 fach

Kammergedeckt 8'
Sifflöte 4'
Superoktave 2'
Scharff, 3 fach
Rohrschalmey 8'
Subbaß 16'
Oktavbaß 8'
Waldflöte 4'


Die Orgel von St. Johannes seit 1988, Fa. Muhleisen (Straßburg)
Mit der Schaffung einer hauptamtlichen Kirchenmusikerstelle kam dann bald der Wunsch nach einem angemessenen Instrument auf, das den Ansprüchen der regen kirchenmusikalischen Tätigkeit des damaligen Dekanatskantors Klaus Rothaupt entsprechen konnte.

Das heutige Instrument verfügt über eine rein mechanische Bauweise, d.h. sowohl die Pfeifenventilsteuerung als auch die Registersteuerung erfolgt auf rein mechanischem Wege. Zusätzlich steht dem Organisten ein 72facher Setzer zur Verfügung, der beliebige Registerkombinationen auf elektronischen Wege abrufbar macht.

Klanglich ist die Orgel an dem Musik ihres Herkunftslandes orientiert: Das Hauptwerk und das (Rück-) Positiv beinhalten die typischen Register der klassischen französischen Barockorgel mit ihren charakteristischen Zungenregistern und Cornetten. Das große Schwellwerk ist eine französisches "Recit", das in der Romantik durch den berühmten Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll seine typische Ausprägung erfuhr. Mit allein fünf Zungenregistern, der überblasenden "Flûte harmonique" und der Streicherschwebung "Voix célèste" stellt es alle Register zur Verfügung, die für die Darstellung der Musik von Guilmant über Franck und Widor bis zu Messiaen benötigt werden.


Disposition
Die Disposition enthält insgesamt 43 Register, davon 8 Wechselschleifen zwischen Recit und Pedal.

Hauptwerk Rückpositiv Schwellwerk
Bourdon 16'
Montre 8'
Flûte à fuseaux 8'
Prestant 4'
Flûte 4'
Doublette 2'
Fourniture IV 1 1/3'
Cornet V ab g°
Trompette 8'
Montre 8'
Bourdon 8'
Prestant 4'
Flûte à cheminée 4'
Nazard 2 2/3
Quart de Nazard 2'
Tièrce 1 3/5'
Larigot 1 1/3'
Cymbale III 1'
Cormorne 8
Tremulant
Bourdon 16'
Flûte harmonique 8'
Salicional 8'
Voix célèste 8'
Prestant 4'
Flûte octaviante 4'
Flûte traversière 2'
Plein jeu IV-V 2'
Basson 16'
Trompette 8'
Hautbois 8'
Voix humaine 8'
Clairon 4'
Tremulant

Pedal Appel

Flûte 16'
Bourdon 16' (WS)
Flûte 8'
Flûte harmonique 8' (WS)
Prestant 4' (WS)
Flûte octaviante 4' (WS)
Flûte traversière 2' (WS)
Plein jeu 2' (WS)
Posaine 16'
Trompette 8' (WS)
Clairon 8' (WS)
II/I I/P
II/I II/P
III/II III/P

Anches G.O
Anches Pos.
Anches Recit

Mechanische Spiel- und Registertraktur
72 elektronische Setzerkombinationen
WS=Wechselschleife Schwellwerk