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Die Orgel aus St. Kilian in Bad Windsheim
Geschichte
Renovierung
Disposition
Geschichte der Orgel in St. Kilian
St. Kilian klingt seit knapp 600 Jahren. Beim Lesen der Geschichte fällt auf, dass mit großem Aufwand bedeutende Werke für das Gotteshaus geschaffen wurden, ein erstes wohl im beginnenden 15. Jahrhundert, das zweite 1488 /89 (Friedrich Krebs, Ansbach), das dritte 1615 (Martin Schonat, Kitzingen) und nach dem Stadtbrand eine Wiegleb Orgel hinter dem heute noch faszinierenden Prospekt von Johann Friedrich Maucher mit der Besonderheit eines Glockenspiels. Die Steinmeyer Orgel von 1889 entsprach dem romantischen Klangcharakter jener Zeit. Durch Umbauten im 20. Jahrhundert entstand ein uneinheitliches Klangbild. Schließlich kamen mechanische Mängel hinzu und nach der Renovierung der Kirche wurde 1986 eine Hey Orgel eingeweiht. Leider hat sich eine technische Neuheit nicht bewährt und eine aufwendige Renovierung war unumgänglich. Schließlich kam die Überlegung hinzu, hinter den schönen Barock Prospekt ein Orgelwerk zu stellen, das dem optischen Eindruck entspricht.
Der Orgelbauer über die Renovierung
Richtet man seinen Blick auf das prächtige barocke Orgelgehäuse aus dem Jahr 1735 und würde man sich die Mühe machen die dort sichtbaren Pfeifen einmal zu zählen, käme man gerade einmal auf 127 Pfeifen.
Bei diesen handelt es sich zwar um Pfeifen sehr wichtiger Grundstimmen aus den Principalen 16´, 8´, 4´ und 2´, aber sie alleine würden niemals den Klang erzeugen, der dieser Kirche gerecht wird. Erst im Zusammenspiel aller 4317 Pfeifen, bei der jede einzelne Pfeife, angefangen mit der Kleinsten von ca. 4mm Länge bis zur Größten von 10 m Gesamtlänge, entsteht eine harmonische Einheit.
Der Hauptauslöser für diese umfassende Überarbeitung der Orgel war eine sehr störungsanfällige elektropneumatische Registeranlage und eine elektronische Setzeranlage, welche für die Speicherung von eingestellten Registerkombinationen verantwortlich ist.
So ist nun die neue Setzeranlage mit insgesamt 4100 programmierbaren Kombinationen, einer Digitalanzeige und einer USB Schnittstelle ausgestattet. Dies erlaubt auch mehreren Organisten, etwa zu Konzerten, ihre Registrierungen unabhängig voneinander auf geschützten Ebenen vorzuprogrammieren.
Neben den Problemen mit der Elektronik zeichnete sich aber auch das Klangbild der Orgel eher durch ein schwaches Bassfundament, oftmals fehlender Kraft in der Mittellage und Spritzigkeit im Diskant aus.
So war die Orgel nicht in der Lage, das weite Spektrum von barocken über romantischen bis zu modernen Klängen trotz seiner 60 Register zu vereinigen, um Orgelmusik jeweils stilgerecht darstellen zu können.
Blick in das Innere der Orgel: Über die Abstrakten und das Wellenbrett (unter den Pfeifenreihen) gelangt der Befehl des Orgelspielers an das Ventil, das dem Wind den Weg öffnet und die Pfeife zum Klingen bringt.
Ziel war es nun ein Konzept zu verwirklichen, bei dem ein Orgelklang erschaffen werden sollte, der durch seine reichen Klangfarben den Organisten einen größtmöglichen Gestaltungsspielraum gibt. Die Klangpalette basiert jetzt auf einen kräftigen 32´ Bassfundament, einen bis auf 16´ Lage geschlossenen Principalchor im Hauptwerk und reicht bis zu überblasenden Flötenstimmen und schwebenden Streicherstimmen im Schwellwerk. Nicht zu vergessen die insgesamt 13 Zungenregister von offener Bombarde 32´ bis zu Clarion 4´.
So wie nun jede einzelne Pfeife ihren Teil leistet, um die Orgel wieder so schön erklingen zu lassen, so haben in ähnlicher Weise alle Verantwortlichen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben, auch ihren Teil zu dessen Gelingen beigetragen.
Mein besonderer Dank gilt hierbei dem Orgelsachverständigen KMD Dieter Eppelein für seine kompetente und offene Betreuung der Arbeiten und den zahlreichen Denkanstößen. Frau Luise Limpert sei gedankt für ihre sehr interessierte Begleitung der Arbeiten vor Ort. Ein großer Dank gilt Dekanin Gisela Bornowski und allen Mitgliedern des Kirchenvorstandes für ihre Bereitschaft und ihren Einsatz, einen derart großen Umbau der Orgel nach nur 20 Jahren seit dem letzten Orgelneubau zuzustimmen. Zuletzt möchte ich noch meinen Mitarbeitern danken. Sie haben mit großem persönlichen Einsatz, handwerklichem Geschick und Kreativität zum Gelingen dieses Orgelprojektes beigetragen.
Disposition
Orgelbau Maderer, Nürnberg 2007
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Hauptwerk C g´´´
(II. Manual)
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Schwellwerk C g´´´
(I. Manual, auch auf IV. spielbar)
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Oberwerk C g´´´
(III. Manual)
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Prinzipal 16´
Prinzipal 8´
Spitzflöte 8´
Viola di Gamba 8´
Oktav 4´
Kleingedeckt 4´
Quinte 2 2/3´
Oktav 2´
Cornett 8´ab g
Mixtur 1 1/3´ 5 6 fach
Trompete 16´
Trompete 8´
Tremulo
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Pommer 16´
Holzprinzipal 8´
Salicional 8´
Vox coelestis 8´
Oktave 4´
Holzflöte 4´
Traversflöte 4´
Rohrquinte 2 2/3´
Schwegel 2´
Terz 1 3/5´
None 8/9´
Plein jeu 2´ 6 8 fach
Basson 16´
Trompette harm. 8´
Oboe 8´
Clairon 4´
Tremulo
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Prinzipal 8´
Bleigedeckt 8´
Gemshornflöte 8´
Prinzipal 4´
Spillflöte 4´
Oktav 2´
Blockflöte 2´
Sesquialter 2 2/3´
Quinte 1 1/3´
Mixtur 1´
Holzdulcian 16´
Cromorne 8´
Tremulo
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Brustwerk C - g´´´
(IV. Manual)
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Pedal C f´
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Holzgedackt 8´
Rohrflöte 4´
Prinzipal 2´
Oktävlein 1´
Terzian 1 3/5´+1 1/3´
Cymbel 1/2´
Holzrankett 16´
Krummhorn 8´
Tremulo
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Glockenspiel
Cymbelstern
Koppeln: III/I, IV/II, III/II, I/II, I/IV
IV/Ped., III/Ped., II/Ped, I/Ped (elektrisch),
Zungenabsteller
Setzeranlage
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Untersatz 32´
Prinzipal 16´
Violonbass 16´
Subbass 16´
Oktavbass 8´
Rohrpommer 8´
Oktave 4´
Bassflöte 4´
Mixtur 2 2/3´ 5 fach
Bombarde 32´
Posaune 16´
Trompete 8´
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