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Die Orgel der evangelischen Kirche St. Marien zu Barth
Geschichte
Disposition der Maaß-Orgel von 1597
Disposition der Maaß-Orgel von 1794
Situation des Orgelbaus in Vorpommern im 19. Jahrhundert.
Technischer Aufbau und Intonationsmerkmale der Buchholz’schen Instrumente
Zur Baugeschichte der Buchholz-Orgel in St. Marien zu Barth
Literaturnachweise
Geschichte
Der Stadt Barth wird am 17. April 1255 von Jaromar II. von Rügen das Lübische Stadtrecht verliehen. Bereits in dieser Zeit liegt der Baubeginn der St.-Marien-Kirche, die um 1450 vollendet ist. 1582 wird in Barth eine Fürstliche Hofdruckerei gegründet, in der zahlreiche Schriften gedruckt werden; besonders erwähnenswert ist hierunter die niederdeutsche Barther Bibel.
Ab 1727 werden in Barth Schiffe gebaut, dennoch gelangt Barth erst im 19. Jahrhundert zu wirtschaftlicher Blüte: 1872 sind fünf Werften und achtzehn Reedereien ansässig, daneben wird eine Königliche Navigationsschule gegründet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts nehmen einige Fabriken anderer Branchen ihre Produktionstätigkeit auf.
Schon 1451 wird in den Chroniken eine Orgel in St. Marien erwähnt, die den musikalischen Ansprüchen bald nicht mehr genügen kann. Am 11. April 1597 wird eine neue Orgel des Stralsunder Meisters Nikolaus Maaß eingeweiht. Maaß nutzt für seine Arbeiten die vorhandene Orgel, im engeren Sinne muss also von einem Um- und Erweiterungsbau gesprochen werden. Für das „große Werk“ baut er zwei neue Laden, auf jede Seite des Werks zwei Pedalladen. Er fertigt neue Bälge und baut Tremulanten für alle Werke ein.
Disposition der Maaß-Orgel von 1597
großes Werk
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Rückpositiv 
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Pedal
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| Principal 16 Fuß |
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Unterbaß 16 Fuß
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| Groß Octave 8 Fuß |
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Gedactbaß 8 Fuß
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| Octave 4 Fuß |
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Octavebaß 4 Fuß |
| Superoctave 2 Fuß |
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Bauernpfeifenbaß 2 Fuß
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| Mixtur 6 Pfeifen |
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Cimbelbaß 2 Pfeifen |
| Cimbalen 3 Pfeifen |
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Trompetenbaß 8 Fuß |
| Offenflöte 4 Füßen |
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Schalmeienbaß 4 Fuß
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| Spillpfeife 8 Füßen |
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Cornetbaß 2 Fuß |
Disposition der Maaß-Orgel von 1794 
großes Werk
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Rückpositiv
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Pedal
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Oberwerk Rückpositiv insgesamt 11 Register. Unter anderem: |
keine Angaben von 1794, wahrscheinlich wurde die Disposition von 1597 fast unverändert beibehalten.
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Prinzipal 8 Fuß
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Hohlflötchen 4 Fuß
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Octav 4 Fuß
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Regal
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Quintie 8 Fuß
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Sub-Octav 4 Fuß
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Gros-Octav 8 Fuß
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Grob Gedagt
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Cymbel
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Mixtur 5fach
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Die Orgel wird von 1785 an mehreren Reparaturen durch Orgelbauer Christian Kindt aus Stralsund unterzogen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt man, sich über einen Orgelneubau Gedanken zu machen. Mehrere Überlegungen werden verworfen, bis Johann Simon und Carl August Buchholz am 17. April 1819 einen Kostenanschlag einreichen.
Situation des Orgelbaus in Vorpommern im 19. Jahrhundert.
Vorpommern bietet für den Orgelbau im 19. Jh. fruchtbaren Boden, da die meisten Dorfkirchen noch ohne Orgel sind und viele vorhandene Instrumente in der Franzosenzeit zerstört wurden. Der Anschluss an Preußen und der wirtschaftliche Aufschwung zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Schiffbau in Barth) begünstigen die Situation des Orgelbaus in der Region. Die Kirchen selbst befinden sich in einer finanziell guten Situation und man hält den Bau von Orgeln für wünschenswert, schon aus Gründen der „Bildung des gemeinen Volkes“. So setzt in dieser Zeit eine regelrechte Orgelbaubewegung ein, die beispielsweise in Greifswald dazu führt, dass alle Kirchen in diesem Jahrhundert eine neue Orgel erhalten. In Stralsund erhalten u.a. St. Nicolai und St. Jacobi neue Instrumente.
Drei Firmen prägen die Orgellandschaft Vorpommern sehr wesentlich. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind dies die Firma Buchholz aus Berlin, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Firmen Grüneberg in Stettin und Mehmel in Stralsund. Ein Großteil dieser Instrumente ist bis in die heutige Zeit, oftmals gänzlich unverändert, erhalten geblieben. In den vergangenen vierzehn Jahren konnte eine beachtenswerte Anzahl restauriert werden. Aus organologischer Sicht kam die sozialistische Mangel-wirtschaft der Nachkriegszeit diesen Instrumenten sehr zugute, denn aufgrund der politischen und materiellen Gegebenheiten konnten die Orgeln nur gepflegt werden, „zeitgemäße“ Eingriffe in die Disposition in der Phase der Orgelbewegung konnten nur selten vorgenommen werden.
Technischer Aufbau und Intonationsmerkmale der Buchholz’schen Instrumente
In technischer Hinsicht zeigte sich die Firma Buchholz fortschrittlich und setzte dabei auch eigene Erfindungen in ihren Instrumenten um, wie Doppelventile, Oktavkoppeln oder in der späten Phase den Bau von Barkermaschinen. Eines der bedeutendsten Merkmale Buchholz’scher Orgeln ist zweifelsfrei der Bau der Keilschleifen . Die Schleifen, die keilförmig geschnitten sind, werden durch Federbänder in die ebenfalls keilförmigen Schleifenbahnen gedrückt. Damit ist stets große Flexibilität garantiert, bei gleichzeitiger Dichtheit des Systems, die angesichts der starken Luftfeuchtigkeitsschwankungen an der Küste sonst gefährdet wäre. Dieses System findet sich in nahezu allen Buchholz-Orgeln in Vorpommern, nicht jedoch in Barth. Sämtliche Werke in Vorpommern sind vollmechanisch, mit einer sehr übersichtlichen Trakturführung. Die Barkermaschinen in einigen größeren Instrumenten in Vorpommern wurden später von Grüneberg ergänzt, der sehr viele Instrumente erweiterte und nach dem Erlöschen der Firma Buchholz pflegte. Zwischen beiden Firmen bestanden familiäre Bindungen, so dass die Lehrlinge jeweils eine gewisse Zeit im anderen Betrieb zubrachten und sowohl mit technischen, als auch klanglichen Details vertraut gemacht wurden. So haben die Grüneberg’schen Veränderungen den Instrumenten niemals ihren Charakter genommen, im Gegensatz zu Eingriffen, die andere Orgelbauer vornahmen. Die Klanggestalt Buchholz’scher Orgeln zeichnet sich durch eine überaus milde Intonation aus, selbst im Organo Pleno wirken diese Instrumente niemals aufdringlich, obwohl Buchholz noch hochliegende Mixturen baute. Sie klingen leuchtend hell, aber niemals schrill. Als Klangkrone findet sich an kleineren Instrumenten meist keine Mixtur, sondern stattdessen eine Progressio harmonica 1-3fach, die meistens nicht repetierend ist, sondern ab c’ dreichörig durchläuft.
In Ledeburs Tonkünstler-Lexicon ist folgendes Zitat über Buchholz abgedruckt:
Die Orgeln von B. zeichnen sich durch vorzügliches Baumaterial, durch große Mannigfaltigkeit charakterisierter Klangfarben und durch unvergleichlich schöne und gleichmäßige Intonation und Ansprache aller, selbst der verschiedenartigsten Töne, aus. Diese herrliche Intonation, und somit die wohlthuende Wirkung der ganzen Or-gel, hat vorzüglich darin ihren Grund, dass bei der Intonation jeder Pfeife nur das zugemuthet wird, was sie ihrer Natur nach, vollkommen schön leisten kann; über diese natürliche Schönheitslinie geht B. nie hinaus. Diesem denkenden und in seinem Fache vorwärts strebenden Künstler verdankt die Orgelbaukunst auch mehrere in der Praxis bewährte Erfindungen, darunter besonders die „Keilschleifen“, die nicht, wie früher, beledert, sondern luftdicht abgeschlossen sind; ferner die „Doppelventile“ zur Erleichterung der Spielart und endlich die Vereinfachung und Verbesserung der von Barker erfundenen pneumatischen Maschinen, von Sachkennern als höchst zweckmäßig zur Anwendung bei grösseren Orgelwerken dringend empfohlen.*
* Das Urtheil über C.A. Buchholz rührt von einem ausgezeichneten Sachkenner her.“ 
Ein Schicksalsschlag, der 1917 alle Buchholz-Orgeln in Vorpommern trifft, ist die Beschlagnahmung sämtlicher Prospektpfeifen zu Kriegszwecken; als Folge davon sind heute nur noch die Innenpfeifen der im Prospekt stehenden Register original erhalten
Zur Baugeschichte der Buchholz-Orgel in St. Marien zu Barth
Dem Kostenanschlag von J. S. Buchholz ist ein Anschreiben beigelegt, in dem Buchholz auf das geplante Instrument eingeht:
„Hoffentlich wird dieses Orgelwerk nach beikommendem Entwurfe ganz Ew. Wohlgeboren Wünschen genügen, und Ihrer großen Kirche angemessen, wird diese vor allem in der Gegend sich auszeichnende Orgel an Stärke, Fülle, Schönheit und Mannigfaltigkeit der Disposition, Hinsichts der Quantität und Qualität gewiß den Beifall jedes Kenners haben.“ 
Die Kirchengemeinde kümmert sich zügig um die Finanzierung des Orgelneubaus, so dass der Vertrag mit Buchholz am 12. Juli 1819 besiegelt werden kann. Den Bau des Gehäuses soll die Gemeinde vor Ort besorgen lassen; der Aufbau der Orgel soll ab April 1821 erfolgen. Die Arbeiten an Bälgen und Windladen beginnen wenig später in Berlin. Am 16. Januar 1820 teilt Buchholz mit:
„Ew. Wohlgeboren beehren wir uns hiermit ergebenste Gezeige zu machen, dass die zum Neubau der Orgel, für Ihre St. Marien Kirche, gehörigen Blasebälge und Windladen nunmehr in ihren sämtlichen einzelnen Theilen bearbeitet, und bis, bei sehr trockener Frühjahrsluft, vorzunehmender Belederung, hergestellt sind. Gegenwärtig geschieht die Anfertigung der großen hölzernen Pfeifen, wovon bereits drei Pedalstimmen fertig sind.“ 
Die Arbeiten gehen zügig voran. Buchholz schreibt am 10. August 1820:
„Ew. Wohlgeboren beehren wir uns hiermit ergebenste Anzeige zu machen, dass die Anfertigung der sämtlichen Regierwerkstheile, Canäle, hölzernen Pfeifen, Schlosser und Bildhauerarbeiten für die neu zu erbauende Orgel Ihrer St. Marien Kirche, beendigt und bereits mit Herstellung der zinnernen Pfeifen aufs thätigste Fortschritte gemacht werden.“ 
Die regelmäßigen Fortschritte zeigen, dass die Arbeiten in Berlin perfekt organisiert sind und in Barth mit einer fristgemäßen Aufstellung des Instruments gerechnet werden kann. Am 18. Februar 1821 teilt Buchholz mit, dass alle Orgelteile fertig gestellt sind:
„Ew. Wohlgeboren beehre ich mich hiermit ergebenste Anzeige zu machen, dass die Anfertigung sämtlicher Orgelgeräthschaften gegenwärtig beendigt und der Transport nach Ihrer St. Marien Kirche sogleich mit eröffneter Schiffahrt geschehen soll.“ 
Die Orgelteile werden per Schiff von Berlin über Stettin und Wolgast nach Barth geliefert. Die Tatsache, dass über den Transport und den Aufbau der Orgel keinerlei Schriftstücke existieren, deutet darauf hin, dass auch hier alles reibungslos verlaufen sein muss. So kann Buchholz am 16. August 1821 ankündigen, dass die Arbeiten im September abgeschlossen sein werden. Laut einer Inschrift an der Rückwand der Orgel wird die Orgel am 31. August 1821 der Gemeinde übergeben.. Am 1. September 1821 schreibt Buchholz:
„Unterschriebener macht sich hierdurch verbindlich, alle bei Prüfung eines sachverständigen Examinators sich ergebenden Fehler an der neu erbaueten Orgel in der hiesigen St. Marien Kirche, die als Folge einer nicht tüchtigen Ausführung des Planes vom 16ten Aprill 1819, oder ebenangeführter Disposition zuwider, zu beweisen sind, auf seine Kosten abhelfen und verbessern zu wollen.“ 
Es lässt sich nicht mehr in Erfahrung bringen, wer die Orgel abgenommen hat, oder ob sie überhaupt abgenommen wurde. Grüneberg, der für diese Aufgabe vorgesehen war, konnte die Revision aus terminlichen Gründen nicht vornehmen. Weitere Dokumente über eine Orgelabnahme liegen nicht vor.
Die Orgel hat nach ihrer Erbauung folgende Disposition:
| Hauptwerk |
Oberwerk |
Kleinpedal |
| Principal 16’ |
Principal 8’ |
Principal 16’
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| Quintat’ |
Bordun 16’ |
Subbaß 16’
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| Principal 8’ |
Gedact 8’ |
Gemshorn 8’
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| Rohrflöte 8’ |
Salicional 8’ |
Octava 4’
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| Viola da Gamba 8’ |
Octava 4’ |
Nasard 5 1/3’
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| Nasard 5 1/3’ |
Rohrflöte 4’ |
Waldflöte 2’
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| Octava 4’ |
Fugara 4’ |
Posaune 16’
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| Gemshorn 4’ |
Nasard 2 2/3’ |
Cornetta 4’
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| Superoctava 2’ |
Flageolet 2’
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| Quinte 2 2/3’ |
Larigot 1 1/3’ |
Großpedal
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| Terz 1 3/5’ |
Decima quinta 1’ |
Violone 16’
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| Cornett 4fach |
Mixtur 4fach |
Violoncello 8’
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| Progressio harmonica 3-5fach |
Fagott 16’ |
Groß Nasard 10 2/3’
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| Trompete 8’ ab c0 |
Fagott 8’ / Hautbois 8’ |
Contra Posaune 32’
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| Trompete 8’ |
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Fagott 8’
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Manualkoppel, Sperrventile zu HW, OW, Kleinpedal und Großpedal
Nach 1856 erhält die Orgel auf Wunsch des Königs von Carl August Buchholz einen neuen Prospekt, der sich in die neugestaltete Kirche einfügt. Der erste Prospekt wird im klassizistischen Stil gestaltet gewesen sein - Zeichnungen oder Risse davon sind nicht erhalten. Die jetzige neogotische Prospektfassade wird bei der Umgestaltung des Kirchenraumes vor dem alten Gehäuse angebracht. Gleichzeitig wird der Wunsch artikuliert, die Orgel um zusätzliche zarte Stimmen, Flöten und Streicher zu erweitern. Buchholz selbst sendet am 1. Juni 1863 einen Kostenanschlag, der jedoch nicht zur Ausführung kommt . Weitere Überlegungen von Mehmel im Jahre 1867 bleiben ebenfalls unausgeführt.
Am 10. Mai 1878 wendet sich der Organist Dieck erneut in dieser Sache an den Gemeindekirchenrath:
„Unsere Orgel ist unstreitig sehr gut gebaut und sie hat zur Zeit ihrer Erbauung eine gewisse Vollkommenheit gehabt; sie hält aber heute eine Concurrenz mit neueren Orgeln nicht mehr aus, weil sie von den in den letzten 50 Jahren auf dem Gebiete der Orgelbaukunst gemachten Erfindungen noch nichts erhalten hat. Jeder fachkundige Beschauer vermisst sofort die neueren Flötenstimmen, die mit ihrem zarten und lieblichen Ton besonders beim gottesdienstlichen Gebrauch von so angenehmer Wirkung sind. Der Tonschweller fehlt auch noch, wodurch es möglich gemacht wird, beim Spiel ein Crescendo und Decrescendo hervorzubringen. So, wie bei vielen Orgeln, die noch nach altem Stil gebaut waren, diese Neuerungen mit gutem Erfolg angebracht worden sind, lässt auch die hiesige Orgel eine derartige Vervollkommnung sehr leicht zu. Es lässt sich auf zweifachem Wege erreichen, entweder durch Hinzufügung eines 3ten Manuals, oder durch Veränderung der jetzt bestehenden Disposition. Dem ersteren Wege ist entschieden der Vorzug zu geben, es ist in der Orgel noch Platz für das Pfeifenwerk, die Abstracten und die Claviatur vorhanden. Da unsere Orgel Fülle und Kraft genug hat, braucht dies 3te Manual nur klein zu sein, 6 Register würden vollständig genügen, wozu sich am meisten eignen werden:
1, Geigenprincipal 8’
2, Hohlflöte 8’
3, Lieblich Gedact 8’
4, Flauto traverso 8’
5, Flauto dolce4’
6, Aeoline 8’
Dieses 3te Manual erhält den Namen Fern- oder Echowerk, es wird mit einem Holzkasten umgeben, oben mit Jalusien verschlossen, die durch Fußtritte vermittels Mechanik beliebig geöffnet und geschlossen werden können, wodurch ein An- und Abeschwellen des Tons ermöglicht wird.
Wenn unsere Orgel diese Erweiterung empfängt, so hat sie bedeutend an Werth gewonnen, sie wird nicht nur beim Gottesdienste eine angenehme Abwechslung darbieten können, sondern auch bei Kirchenconcerten von schöner Wirkung sein, überhaupt allen Anforderungen genügen.“ 
Erst Barnim Grüneberg, der mit einer größeren Instandsetzung des Instruments beauftragt wird, kann die Erweiterung 1896 umsetzen und fügt der Orgel ein drittes Manualwerk hinzu, welches er in einen Schwellkasten stellt.
Erste Überlegungen zu den Arbeiten, die Grüneberg 1896 ausführt, werden von M. Arndt, dem Organisten der Marienkirche, angestellt, die er am 25. August 1895 in einem Antrag zur „Verbesserung der Kirchen-Orgel“ zusammenfasst.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die schwergängige und geräuschvoll arbeitende Mechanik der Orgel. Arndt schlägt den Einbau einer Barkermaschine vor, um die Orgel „leistungsfähiger“ zu machen. Weiter bemängelt er den Mangel an Achtfuß-Stimmen im Hauptwerk. Hier schlägt er statt der „wirkungslosen Terz 1 3/5’“ die „Einsetzung einer Hohlflöte 8’“ vor. Darüber hinaus wünscht er sich die Einrichtung eines Fernwerks mit Schweller,
„das etwa acht schöne, sanfte Register (sogenannte Solisten) in sich vereinigte. […] Die Disposition könnte folgende sein:
1. Geigenprincipal 8’
2. Lieblich Gedackt 16’
3. Viola d´amour 8’
4. Flauto traverse 8’
5. Rohrflöte 4’
6. Aeoline 8’
7. Fugara 4’
8. Cornet 3fach
In unsrer schönen Kirche mit ihrer großartigen Akustik müsste ein 3. Manual, das neben dem Oberwerke reichlich Platz hat, herrlich klingen, und unsere Orgel wäre ein Werk, das allen Anforderungen der Neuzeit entspricht, und das nicht nur durch majestätische Kraft und Fülle, sondern auch gleich neben derselben durch sanfte, liebliche Stimmen zu wirken imstande wäre - eine Zierde unserer Kirche.“ 
Die Arbeiten werden wunschgemäß in Angriff genommen und später von Arndt abgenommen. Über das Fernwerk äußert er sich besonders positiv:
„Die Intonation dieses Werkes, besonders die der ersten vier Register, macht dem Er-bauer alle Ehre.“ Weiter schreibt er: „Elegant sind die drei neuen Manual-Klaviaturen. Die Untertasten haben Knochenbelag, die Obertasten sind von Eben-holz. […] Einen besonderen Vorteil gewährt die pneumatische Maschine. Während früher bei gekoppelten Klaviaturen gewöhnliche Fingerkraft kaum ausreichte, ist die Spielart jetzt leicht und angenehm. Die Maschine besteht aus 56 kleinen Bälgen, die sämtliche Ventile bestimmt und sicher ziehen. […] Der Achtfußton des Hauptwerkes ist durch Einsetzung einer Hohlflöte 8’ bedeutend verbessert. […] Der volle, runde Ton, der stärker ist als der des Prinzipal 8’, giebt dem Werke eine sichere Grundlage. […]
So hat denn Herr Grüneberg durch Verbesserung und Neubau in unserer Kirche ein Werk geschaffen, das allen Anforderungen entspricht, und das in vollkommenerem Maße imstande ist, den frommen Wunsch zu erfüllen, welchen der selige Erbauer (Buchholz) am 31. August 1821 mittelst Bleistift an die Hinterwand des Gehäuses schrieb:
C.A. B - z, den 31. Aug. 1821.
Noch dauern mögst in späten Tagen
Und rühren vieler Menschen Ohr;
Und mögst mit den Betrübten klagen
Und stimmen zu der Andacht Chor!!!“ 
Mit den genannten Veränderungen und den notwendigen Reparaturen wird die Orgel in Barth 1896 allen Ansprüchen an eine „moderne“ Orgel gerecht.
In den Folgejahren sind nur kleine Reparaturen erforderlich. Der nächste größere Eingriff ist der Ausbau der Zinn-Prospektpfeifen 1917, die 1937 durch Reinhold Heinze aus Kolberg in Zink ersetzt werden.
1964 führt Eule aus Bautzen eine größere Reparatur und einen Umbau der Orgel durch. Dabei werden eine Pedalkoppel (HW/Ped) eingebaut und einige Veränderungen an den Wellenbrettern vorgenommen. Die Hohlflöte von Grüneberg wird wieder durch die Terz ersetzt, die jedoch nicht nach Buchholz-Vorbild mit zu engen Mensuren gebaut wird. Da die Schallbecher der Contraposaune 32’ sehr verwurmt sind, werden sie entfernt, die Stiefel mit Köpfen, Bleikehlen, Zungen und Krücken aber in der Orgel belassen. Da die Mensuren 1964 abgenommen worden sind, konnten sie jetzt rekonstruiert werden. Nicht zuletzt muss erwähnt werden, dass Eule das Instrument durch eine rigorose Holzwurmbehandlung gerettet hat, denn der Holzwurm hatte seine Spuren nicht nur an den Schallbechern der Contraposaune hinterlassen, sondern fast sämtliche Weichholzteile befallen und die Orgel damit ernsthaft in Gefahr gebracht.
Schon seit mehr als einem Jahrzehnt ist man sich des unschätzbaren Wertes der Orgel bewusst, und es ist nicht zuletzt Emil Handkes Verdienst, dass die Restaurierung sehr sorgfältig vorbereitet wurde. Der Orgelbauwerkstatt Kristian Wegscheider gilt Dank, dass die Orgel heute wieder in ihrer vollen Schönheit erklingen kann.
Klanglich ist das Instrument in seiner Geschlossenheit ein Instrument von europäischer Bedeutung, denn nach der Buchholz-Orgel in Brasov (Kronstadt) in Rumänien besitzt diese Orgel den größten originalen Pfeifenbestand der berühmten preußischen Orgelbauerfamilie. War die Barther Buchholz-Orgel bereits zu ihrer Erbauungszeit ein herausragendes Instrument, so wird sie dies auch in Zukunft sein und bleiben. Möge der Wunsch Buchholz’ für noch lange Zeit erfüllt bleiben.
Der Klang der Orgel ist auf folgenden CD's zu hören:
Buchholz-Orgel der St. Marien-Kirche Barth
Werke v. Lemmens, Bach, Mendelssohn, Liszt, Dupre, Lefebure-Wely
Emil Handke an der Orgel

Mendelssohn Bartholdy, Felix (1809-1847)
Symphonie Nr. 5 "Reformation"
+Orgelsonate op. 65, 1;Präludium c-moll;Präludium & Fuge
op. 37, 1;Canzonetta op. 12
Heinrich Walther / Orgel St. Marien zu Barth
Literatur:
Festschrift zu den 700-Jahrfeiern der Greifswalder Kirchen. Hrsg. im Auftrag der Ev. Lan-deskirche Greifswald und des Kirchenkreises Greifswald-Stadt. Greifswald: o.Verl., 1980
Kümmerle, Salomon [Hrsg.]: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik. Gütersloh: Bertelsmann, 1888-1895
Ledebur, Carl Freiherr von: Tonkünstler-Lexicon Berlins von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Berlin: Verlag von Ludwig Rauh, 1861
Orgelakten der St.-Petri-Kirche zu Altentreptow
Orgelakten der St.-Marien-Kirche zu Barth
Orgelakten der St.-Bartholomaei-Kirche zu Demmin
Orgelakten der St.-Nicolai-Kirche zu Stralsund
Pape, Uwe: Buchholz. In: Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Bd. 3. Kassel: Baerenreiter, 2000
Prost, Dietrich Wilhelm: Das Wirken des Orgelbauers Buchholz in Vorpommern. In: Acta Organologica, Bd. 20. Alfred Reichling [Hrsg.]. Kassel: Merseburger, 1988
Prost, Dietrich Wilhelm: Stralsund als Orgelstadt. Orgeln und Orgelbauer im praktisch- theologischen Dienst für die Kirchen Stralsunds. Diss. Greifswald: Eigenverl., 1991
Prost, Dietrich Wilhelm: Stralsunds Orgeln. Lauffen: Rensch, 1996
Scheffler, Christian: Die Grüneberg-Orgel in der St. Petri-Kirche zu Altentreptow. Bestandsaufnahme, Restaurierungskonzeption. Sieversdorf, 2000
Scheffler, Christian: Die Buchholz-Grüneberg-Orgel in der St. Bartholomäuskirche zu Demmin. Untersuchungsbericht Arbeitskonzeption. Sieversdorf, 1997
Wangemann, Otto: Geschichte der Orgel und der Orgelbaukunst von den ersten Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Aufl. Demmin: Frantz, 1881
Wegscheider, Kristian: Die Buchholz-Orgel in St. Nicolai zu Stralsund. Bestandsaufnahme und Restaurierungskonzeptionen. Dresden, 1998
Wegscheider, Kristian: Die Buchholz-Orgel in der Marienkirche zu Barth. Bestandsaufnahme
und Gedanken zur Restaurierungskonzeption. Dresden, 1995
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