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| - Orgeln - Peter und Paul Hermannsburg |
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Die Orgel der Kirche Peter und Paul in Hermannsburg
Die neue Orgel kommt!
Unsere Orgel
Aus dem Angebot des Orgelbauers
(Bilder folgen in kürze)
Die neue Orgel kommt!
Ein Bericht aus dem Gemeindebrief vom 25. Januar 1962
Am Himmelfahrtstage 1956 erklang zum letzten Male die Orgel in der alten Peter-Pauls-Kirche. Tags darauf wurde sie abgebaut, das Pfeifen-Material, Spieltisch und Blasebalg zunächst im Kantorhaus untergebracht und später zu weiterer Verwendung von der Orgelbaufirma Hammer nach Hannover abgeholt. Der Umbau der Peter-Pauls-Kirche hatte damit seinen Anfang genommen. Niemand ahnte, dass es Oktober 1959 werden würde, bis die neue Peter-Pauls-Kirche eingeweiht werden könnte, und dass erst 1962 eine neue Orgel in Aussicht stehen würde. Bis Ostern 1958, also nahezu zwei Jahre, behalf man sich noch in der alten Kirche durch Mitwirkung des Posaunenchores bei jedem Hauptgottesdienst und durch ein Harmonium bei Trauungen oder kleinen Amtshandlungen. Dann stellte die Firma Hammer uns leihweise das kleine Orgelpositiv zur Verfügung, das wir benutzen dürfen, bis die neue Orgel fertig ist. Noch in der alten Kirche wurde das Positiv im Altarraum aufgestellt und ab Pfingsten 1958 auf der jetzigen neuen Westempore, wo es bis zur Einweihung der neuen Kirche mehrfach seinen Platz wechselte und manche „Kinderkrankheiten" einer Orgel infolge der Feuchtigkeit des neuen Raumes durchmachen musste. Diese werden nun höchstwahrscheinlich der neuen Orgel erspart bleiben, da der Bau inzwischen völlig ausgetrocknet ist. Es erwies sich bereits in der alten Kirche wie auch in dem Behelfsraum des Neubaus, in dem wir bis zum Sommer 1959 Gottesdienst hielten, vollends dann aber in der fertiggestellten neuen Kirche, dass dieses Positiv einen großen Raum klanglich nicht zu füllen vermag und schon bei normal starkem Gemeindegesang nur schwach zu hören ist. Auch die alte Orgel würde, wenn sie genauso intoniert würde wie früher, für die neue Kirche nicht mehr ausreichen. Es war daher von vornherein eine Vergrößerung der Orgel vorgesehen. Hatte die alte Orgel zwei Manuale und Pedal bei 26 Registern, so soll die neue drei Manuale und Pedal mit 33 Registern erhalten. Sie wird außerdem mit den modernsten Spielhilfen, der sog. elektrischen Registratur, versehen, ohne dass dabei die künstlerischen Erfahrungen der Orgelbewegung der letzten Jahrzehnte außer acht gelassen werden. Die Firma Hammer, von der auch die alte Orgel stammte, ist auf dem Gebiet der technischen Ausführung heute führend und allgemein anerkannt. Es wird daher möglich sein, auf unserer neuen Orgel die gesamte OrgelLiteratur, alte Meister und Bach ebenso wie die Meister der Romantik und die modernen voll befriedigend zur Darstellung zu bringen.
Die ersten Arbeiten in der Werkstatt der Firma Hammer in Hannover sollen in diesen Wochen begonnen werden. Ein Teil der Pfeifen aus der alten Orgel wird umgearbeitet und wieder verwendet. Eine völlig neue Mechanik wird Gewähr dafür bieten, dass die vielen Heuler und Hemmungen, die in der alten Orgel namentlich während der kalten Jahreszeit auftraten, in der neuen nicht mehr vorkommen. Es ist uns zugesagt, dass ein Teil der Orgel zwischen Ostern und Pfingsten auf der Empore aufgestellt und intoniert werden soll, so dass zum Pfingstfest schon einige Register zu hören sein werden. Mit dem Ausdruck „Intonieren“ bezeichnet man das Aufeinander-Abstimmen der einzelnen Register, die Regulierung ihrer Tonhöhe, Klangfarbe und ihres Volumens, dem Raum entsprechend. Das ist eine Arbeit, zu der viel Sorgfalt, Erfahrung und künstlerische Intuition gehört, sie nimmt Wochen in Anspruch und darf nicht unter Zeitdruck geschehen. Wir hoffen, dass im Laufe des Sommers oder Herbstes die ganze Orgel fertiggestellt wird und spätestens von der Adventszeit ab ihren Dienst zum Lobe Gottes in unserer Peter-Pauls-Kirche versehen kann.
Ein nötiges Nachwort
Wenn in einem Haushalt ein neues Stück angeschafft wird, dann ist für die Hausfrau und die Kinder die Anlieferung etwa der Waschmaschine oder des Schrankes ein freudiges Ereignis, und durch das Haus klingt der helle Ruf: „Die neuen Sachen kommen!"
So ist auch die Überschrift gemeint: Wir sollen schon die Vorfreude genießen auf den Tag, an dem es in der Gemeinde heißt: Die neue Orgel kommt! Und wir werden dann die einzelnen Pfeifen der Orgel und die Mechanik prüfend und staunend betrachten und es mit Interesse erleben, wie die einzelnen Teile in unserer Kirche zusammengesetzt werden.
Ich habe die Freude von Frau und Kindern beschrieben. Und der Hausvater? Der sieht die Lieferung in sein Haus kommen, und wenn die Sachen abgestellt sind, dann geht er mit denen, die angeliefert haben, in die Stube und zählt ihnen Scheine und Fünf-Mark-Stücke auf den Tisch. Denn man möchte ja nichts im Hause haben, was nicht auch redlich bezahlt ist.
In unserem Falle gilt das doppelt: Die Orgel soll nicht zu Gottes Ehre und zur Freude der Gemeinde klingen, ohne dass sie auch wirklich unser Eigentum ist. Darum hat der Hausvater der Gemeinde, der Kirchenvorstand, schon vorgesorgt und etwa 15 000,- DM an Spenden auf die Hohe Kante gelegt, darum hat das Landeskirchenamt 25 000,- DM dazugegeben, auch die Klosterkammer hat einen Beitrag versprochen, so dass noch 25 000,- DM fehlen, ehe die Orgel ganz bezahlt ist. Nun ist seit Jahren jeweils im Februar die landenkirchliche Haussammlung für allerlei Notstände unserer Landeskirche. In diesem Jahr dürfen wir alles Geld, was dabei in unserem Kirchspiel einkommt, für unsere Orgel behalten, und so kann die landeskirchliche Haussammlung vom 3. bis 10. Februar bei uns unter dem Motto laufen: Die neue Orgel kommt!
Und wenn das Ergebnis unseren Erwartungen entspricht, dann kann auch der Kirchenvorstand diesen Ruf mit Freuden hören und weitergeben. Über die Sammlung erfährt die Gemeinde näheres in einem eigenen Blatt, das in der kommenden Woche in die Häuser gebracht wird. Heute also nur die Bitte, dass wir dies Blatt mit Freuden aufnehmen und nicht mit Seufzen!
Unsere Orgel
Ein Bericht aus dem Gemeindebrief vom 25. Augugst 1962
Wer in diesen Tagen in unserer Peter-Pauls-Kirche einen Blick auf die Orgelempore tut, kann sich überzeugen, dass die Arbeiten an der neuen Orgel gut vorangekommen sind. War noch vor wenigen Wochen der Eindruck so, dass man die ganze Empore mit dem Durcheinander von Holz- und Metallteilen der Orgel, einzelnen Pfeifen, Brettern, Drähten, elektrischen Leitungen, Kisten usw. kaum von einer großen Rumpelkammer unterscheiden konnte, von der schwer zu begreifen sein mochte, wie hier je wieder eine Ordnung zustande kommen würde, so scheint jetzt auf den ersten Blick die Orgel geradezu fertig zu sein: Das prächtig in Eichenholz ausgeführte Gehäuse der Hauptorgel und das des kleinen selbständigen Werks vorn an der Emporenbrüstung, des sogenannten Rückpositivs, ist fertig, der Spieltisch ist angeschlossen, der Blasebalg mit dem Motor steht in dem rückwärtigen Raum fertig montiert, die unzähligen Draht- und elektrischen Verbindungen zwischen Spieltisch und Pfeifen im Innern der Orgel haben alle schon ihren Platz, und der ganze komplizierte Mechanismus wird immer wieder ausreguliert und auf sein Funktionieren geprüft, von den Registern sind bereits die sogenannten Prospektpfeifen aus Metall, eine 40-60prozentige Zinnlegierung, aufgestellt und geben der Orgel ein glanzvolles Äußeres, und wer vielleicht den Verdacht hegt, es stecke noch nicht viel hinter dieser glänzenden Fassade, dem sei gesagt, dass auch im Innern der Orgel schon manche Pfeifen aus Holz oder Metall stehen. Der Laie wird wahrscheinlich schwer einsehen, warum die Orgel nun nicht bald „losbrausen" könnte, und warum wir uns, bis es soweit ist, nun immer noch weiter in Geduld üben müssen. Aber es ist so: Tatsächlich ist der erste Teil des Orgelbaus, die Montage, nun beendet: die einzelnen Teile der Orgel stehen an ihrem Platz, der Mechanismus funktioniert, die Orgel ist nun zu sehen, so wie sie werden soll. Dass sie aber auch k1ingt, das muss der zweite Teil besorgen, und dieser zweite Teil, die sog. Intonation, zweifellos von ebenso entscheidender Bedeutung wie der erste, steht noch bevor. Es bedarf einer sehr sorgfältigen und auf langer handwerklicher und künstlerischer Erfahrung beruhenden Arbeit, für die ein besonders geschultes Ohr wichtigste Voraussetzung ist, bis es dem Intonateur gelingt, die Pfeifen, richtig zum Klingen zu bringen. An jeder einzelnen Pfeife muss da herumgebastelt werden bis sie so klingt, wie der Intonateur sie sich vorstellt, wie sie der Disposition entspricht und schließlich, wie der Kantor sie sich wünscht, weil er ja dann nachher der am meisten Betroffene ist, wenn die Orgel ihm nicht gefällt. Es gilt bei der Intonation ja nicht nur, der einzelnen Pfeife ihren besonderen Klangcharakter, ihre genaue Tonhöhe und Lautstärke (dem Raum entsprechend) zu geben, sondern darüber hinaus sie zu den anderen Pfeifen ins rechte Verhältnis zu setzen, und zwar zu denen desselben Registers sowohl, als auch zu denen der anderen Register. Eine Orgel ist ja eine Art Klanghierarchie, einer wohldurchdachten Staatsordnung vergleichbar, in der jedes Individuum (Register) zwar sein Eigenleben entfalten darf, aber auch auf das Ganze bezogene Funktion auszuüben hat. Da unsere Orgel nun 33 Register mit insgesamt 2314 Pfeifen bekommt (von denen nur wenige noch aus der alten Orgel stammen und auch diese müssen meistens umintoniert werden), leuchtet es ein, dass die Arbeit des Intonierens noch eine lange Zeit erfordert. Optimistische Berechnungen nennen Mitte Oktober als den Zeitpunkt, an dem die Orgel fertig sein und zum erstenmal im Gottesdienst erklingen könnte. Es ist geplant, dann bald nach der Einweihung eine große Kirchenmusik zu veranstalten unter Mitwirkung von Chor, Orchester und Gesangsolisten, in deren Mittelpunkt natürlich die Orgel in allen ihren Klangmöglichkeiten zur Geltung kommen soll.
Aus dem Kostenvoranschlag des Orgelbauers Emil Hammer - Orgelbau - Hannover
Konstenanschlag über Bau uns Lieferung einer neuen Orgel für die Peter und Paulskirche in Hermannsburg:
Die Orgel erhält mechanische Schleifladen, Rahmenwerk, Dämme und Schleifladen aus Eichen- oder Mahagoniholz mit Leichtventilen und Lederpulpen. Federn aus Phoshorbronce, Zugstangen aus Messing, die mit Lederlaschen eingehängt sind.
Die mechanische Traktur über Wellen und Winkel arbeitet leicht und geräuschlos, alle beweglichen Teile sind mit Filz und Leder ausgefüttert. Die Wellen laufen in Kernleder und Filz, die Winkel mit Stahlspitzenlagerung und Wiener Kapseln. Die Abstrakten sind geschliffen und an den Enden mit Kaliko beklebt, Abstruktendrähte aus Messing, Ledermuttern zum Regulieren.
Die Metallpfeifen werden ab 2' Länge aus 40 %iger Zinnlegierung, die Baßpfeifen auzs starkem, blanken Feinzink, Holzpfeifen ab 4' Länge aus Eichen- oder Mahagoniholz, über 4' Länge aus Erasilkiefer hergestellt. Erprobte Mensuren, entsprechend den akustischen Verhältnissern in variierter Zusammenstellung.
Die Intonation erfolgt nach künstlerischen Gesichtspunkten, bei niedrigem Winddruck und voller Windgebung (offene Pfeifenfüße), enge Kernspalten, steile Kernphasen, keine Kernstiche, nur vereinzelte Haarsticke.
Alle Arbeiten werden nach den besten Regeln der deutschen Orgelbaukunst ausgeführt.
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