Herausgeber: Andreas Rockstroh
Verlag: Bärenreiter
Nicht nur für Kenner spätromantischer Orgelmusik!
Mit wenigen Ausnahmen (z.B. Chopin) handelt es sich um deutsche Musiker, die der Herausgeber Andreas Rockstroh zu Recht wieder dem Schattendasein entrissen hat. So enthält der Band 30 Stücke von 18 Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts.
Wer das Niveau der Sonaten von Mendelssohn Bartholdy erreicht hat, darf sich auf weitere pianistische Fähigkeiten freuen (Oktavierungen in der Rechten Hand und Doppelpedalspiel), nicht nur in dem grandiosen „Trauermarsch“ von Otto Dienel zu finden.
Dessen nicht mehr erhaltenes Instrument in der Berliner Marienkirche mit zahlreichen Oktavkoppeln und Stentor(=Hochdruck)-stimmen gibt uns eine Vorstellung des damaligen Klangideals. Ein Fundus an differenzierten Grundstimmen kommt allen Stücken zugute. Vielmals ist Schwellwirkung bei chromatisch gefärbten Titeln obligatorisch, und Angaben wie Echo-, Fern-, bzw. Nebenwerk zeigen deutlich die wirkungsvoll beabsichtigten dynamischen Wirkungen.
Somit erfordern diese Stücke neben den adäquaten Instrumenten auch versierte Spieler, da das geforderte Niveau teils beachtlich ist. Immer wieder auftretende virtuose Passagen verlangen Konzentration und weit gereifte Fähigkeiten.
Gemäß den thematischen Überschriften "Ende des Kirchenjahres Angst und Vertrauen Sterben und ewiges Leben" sind die Stücke vielseitig in Kirche und Konzert verwendbar.
Christoph Brückner (www.christoph-brueckner.de)
Januar 2012
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