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Der dritte Teil der Clavierübung von Johann Sebastian Bach

Autor: Albert Clement
ISBN: 978-3-92841-24-7
Verlag: Butz

Bei dem Band handelt es sich um den leicht revidierten und mit einem neuen Register versehenen Nachdruck der im Verlag Edita Almares (Middelburg, NL) erschienenen Erstausgabe von 1999. Albert Clement hatte in dieser Arbeit über Bachs Dritter Theil der Clavier Übung (1739) das bis Ende des 20. Jahrhunderts vorhandene Wissen, bzw. geäußerte Spekulationen über die große Sammlung von verschiedenen Vorspielen über die Catechismus- und andere Gesaenge zusammengefasst. Da ist es schon erstaunenswert, wer sich seit den Zeitgenossen (Georg Andreas Sorge u.a.) über die Bachbiographen des 19. Jahrhunderts (Johann Nikolaus Forkel, Philipp Spitta u.a.), die Bach-Kommentatoren des frühen 20. Jahrhunderts (Albert Schweitzer u.a.) bis zur Überfülle der Statements aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg alles zum Thema geäußert hat. In gleicher Weise erstaunenswert ist, wie schleichend die Grenzen zwischen Tatsachen, Vermutungen und Behauptungen sind, was für einen Ausnahme-Komponisten wie Bach damals selbstverständliche aber nicht nachweisbare Voraussetzungen waren und was nicht.
Auf diesen Ebenen gibt Clement zunächst pro Werkteil möglichst sachliche Beschreibungen, bzw. Textanalysen der Choräle und Berichte über bisherige Interpretationen. Danach folgen seine Deutungen, die zwischen Zusammenfassung, bzw. Auswahl bisheriger Deutungen und auf Grund von Untersuchungen mit der Figurenlehre, der Zahlensymbolik und geschichtlichen Zusammenhängen (z.B. Bachs Hausbibliothek) doch persönlich bleibende Wertungen bleiben. Dass diese durchaus überzeugend vorgetragen werden, versteht sich von selbst. Dass er für die vier Duette dabei eine musikalische Hausandacht mutmaßt, hat viel für sich.

Dass diese Arbeit unter dem Eindruck immer weiterer Forschung und Forschungserfolge - wer denkt da nicht an immer wieder einmal neue Funde zu Bachs Werk (z.B. das Lüneburger Autograph und die Auswertung des Berliner Singakademie-Archivs), an theologische Einsichten (z.B. die Petzoldt-Kommentare) und aktuelle philologische Kombinationen vorhandenen Wissens (z.B. die neue Hybrid-Ausgabe der Orgelwerke) -  Stückwerk bleiben wird,  relativiert die manchmal etwas resolut vorgebrachten Deutungen. Die Arbeit hat so ihre Stärke im Zusammentragen der Kommentierungen, während die vorgetragenen Deutungen zu hinterfragen bleiben. <br>


Rainer Goede - für www.orgel-information.de
November 2017 / April 2018


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