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Glowatzki "3 Walzer für Orgel nach Liedern Martin Luthers""

Komponist: Christian Glowatzki
Verlag: Edition Punctum Saliens
 
Wer kennt Sie nicht und mag Sie nicht, die unzähligen Walzer in Potpourri und Medley-Zusammenstellungen, mit allen Sonderformen wie Floh-, Donau-, Hochzeitswalzer u.v.m.
Auch ist mir bereits ein Oster(Orgel!) Walzer von Thomas Riegler bekannt. Warum soll es dann auch nicht noch weitere Orgelstücke im ¾-Takt geben dürfen?
Immerhin ist der Walzer der älteste der modernen bürgerlichen Gesellschaftstänze.
Kein Geringerer als Richard Strauss (1864-1949) schreibt über Johann Strauss / Sohn (1825-1899): „Acht Takte von Wiener Blut und ich gebe eine ganze Oper dafür– es ist viel schwerer, einen schönen Walzer zu schreiben als eine mittelmäßige Symphonie zu komponieren.“

Christian Glowatzki (Jahrgang 1970), Kirchenmusiker, Privatmusiklehrer, Komponist und Dozent aus dem mittelfränkischen Ergersheim ist dieses Wagnis geglückt. Per Auftrags-
komposition der Ev. Kirchengemeinde 67063 Ludwigshafen-Friesenheim am Rhein entstand
dieses Notenheft: 3 Walzer für Orgel nach Liedern Martin Luthers. Bezirkskantor Tobias Martin ist gleichzeitig Widmungsträger und Interpret dieser Stücke. Stichwort: Uraufführung.

Walzer I in Tonart C-Dur pur basiert auf „Ein feste Burg“. Infolge Stimmen(über)kreu-zung(en)  beider Hände ist die vorgeschriebene Ausführung auf 2 Man. & Ped. obligat. Stets ist hier der cantus firmus gut durchhörbar und niemals verfremdet.

Analog gilt das genauso für die nächsten beiden Stücke. In Walzer II (F-Dur) beginnt das Liedmotiv zunächst in der R.H., dann in der L.H. und schließlich im Pedal unisono. Dezente aber niemals penetrante Punktierungen erhöhen den melodischen Anreiz quasi als Steigerungseffekt.  Walzer II ist der umfangreichste mit insgesamt 132 Takten. Vergleichs-weise kürzer sind  Walzer I (91 Takte) sowie Walzer III (97 Takte). Letzerer ist (wie Walzer I) sinnigerweise wieder in C-Dur, so dass insgesamt eine schöne geschlossene Wirkung entsteht.

Nach Aussage des Vorwortes geht es dem Komponisten weniger um oberflächliche Effekte sondern vielmehr um die inhaltliche Textauslotung und deren Umsetzung. „Ein feste Burg“ vermittelt Vertrauen in Nöten – „Nun freut euch“ zeigt den Aspekt „Sola Gratia“ – und beim kombinierten III. Walzer mit „Vom Himmel hoch“ und „Erhalt uns Herr, bei deinem Wort“ (diese beiden Choräle spiegeln sich infolge textlichre Verknüpfung melodisch wieder) gibt es Bezüge an den Leitsatz und die Kernaussage „Sola Scriptura“.

Lediglich minimale ungünstige Wendestellen, der etwas (zu) kleine Notensatz und der relative hohe Preis sind einige Beeinträchtigungen, die aber nicht der Komponist zu vertreten hat. Somit wünscht der Rezensent diesem Heft einen guten Absatz und viele Aufführungsgelegenheiten.  In Ermangelung eines Orgelinstrumentes wird es zudem ein Leichtes sein, diese Stücke ebenso legitim und wirkungsvoll auch mit zwei Interpreten an Flügel bzw. Klavier authentisch wiederzugeben.  

Christoph Brückner - für www.orgel-information.de
November 2017 / Mai 2018


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