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Kleine Einführung in die Funktionsweise einer Pfeifenorgel

Die Pfeifenorgel, gern Königin der Musikinstrumente genannt, ist kompliziert gebaut. Klangerzeuger sind Pfeifen, wobei zwei Hauptgruppen zu unterschieden sind: Lippen- und Zungenpfeifen.

Die Lippenpfeifen sind bezüglich der Tonerzeugung mit der Blockflöte vergleichbar. Zungenpfeifen dagegen besitzen wie ein Akkordeon schwingende Zungen aus Metall.

Längere Pfeifen erzeugen tiefere Töne, kürzere Pfeifen dagegen höhere. Für jede Tonhöhe ist jeweils eine Einzelpfeife erforderlich. Orgelpfeifen werden aus einem speziellen Metall (Legierung aus Zinn und Blei) oder aus Holz hergestellt.

Pfeifen gleicher Art fasst man zu Registern zusammen, die eine ganz bestimmte Klangfarbe besitzen. Eine Registerstimme hat im Durchschnitt etwa 56 Pfeifen.

Der Organist bringt die Orgel vom Spieltisch aus zum Erklingen. Dieser besteht aus den Manualen und dem Pedal. Die Verbindung von Spieltisch und Pfeifen nennt man Traktur. Dabei ist jede Taste über eine komplizierte Mechanik oder über elektronische Steuerungen mit dem Pfeifenwerk verbunden.

Wichtig für das Orgelspiel ist der Ventilator, der für den nötigen Wind in den Pfeifen sorgt. Öffnet sich durch das Drücken einer Taste das Ventil unterhalb einer Pfeife, so kann die vom Ventilator erzeugte Luft in den Pfeifenkörper einströmen. Je nach Pfeifenart bricht sich der Luftstrom an einer Schneide (Lippenpfeife) oder versetzt eine Metallzunge in Bewegung (Zungenpfeife). Die Luftsäule im Pfeifenkörper kommt zum Schwingen und Klingen.

Den Aufbauplan einer Orgel, der alle Einzelheiten bezüglich der Register und der Werkaufstellung enthält, nennt der Fachmann Disposition. Die Vorderansicht einer Orgel mit den sichtbaren Pfeifen bezeichnet man als Prospekt.

© Matthias Schimmel, September 2002

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