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Das Funktionsschema der Orgel erläutert von Bezirkskantor Alexander Serr

Das Bindeglied zwischen der vom Organisten gedrückten Taste und der erklingenden Pfeife ist die Traktur. Sie wurde früher und wird oft auch noch heute komplett mechanisch gebaut. Der Hauptbestandteil der Traktur sind die Wellen c und die Abstrakten b, die den Zug von der Taste a bis zu den Tonventilen i übertragen. Den daran anschließenden Teil, auf dem sich die Pfeifen befinden, nennt man Windlade. Sie hat die Aufgabe, den „Wind" (Druckluft) aus dem Blasebalg den vom Organisten gewünschten Pfeifen zuzuführen. Normalerweise gibt es pro Manual eine Windlade. Der Wind gelangt vom Blasebalg (hier nicht abgebildet) zuerst in die Windkammer g, wo sich auch die Tonventile i befinden. Wird eines dieser Ventile über die Wellen und Abstrakten durch Tastendruck geöffnet, so gelangt der Wind in eine der Tonkanzellen l. Auf einer Tonkanzelle befinden sich ausschließlich Pfeifen gleicher Tonhöhe, jedoch unterschiedlicher Klangfarbe bzw. unterschiedlicher Register. Durch die Schleifen p wird der Wind den gewünschten Pfeifen zugeführt. Bei den Schleifen handelt es sich um verschiebbare Lochleisten, die sich direkt unter den Pfeifenfüßen (unteres Ende einer Pfeife, an dem der Wind einströmt) befinden. Diese Lochleisten werden durch die Registerzüge q am Spieltisch über die Registertraktur r/s bewegt. Befinden sich die Löcher der Schleifen und der Pfeifenfüße übereinander, so kann der Wind in die Pfeife strömen, das Register ist also eingeschaltet. Beim Ausschalten werden die Löcher gegeneinander verschoben, wodurch die Windzufuhr unterbrochen wird. Die Prospektpfeifen (sichtbare Pfeifen) werden, um den Bau einer neuen Windlade zu umgehen, über Luftrohre x mit der Windlade verbunden.