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Festival Europäische Kirchenmusik
Schwäbisch Gmünd

11. Juli – 3. August 2008

Dieses Jahr
Konzertauswahl Orgel
Allgemeines zum Festival


„Liebe“
Kirchenmusik kann begeistern – jeden Sommer in und um Schwäbisch Gmünd. Kirchen aus acht Jahrhunderten schaffen eine einzigartige Atmosphäre für hochkarätige Konzerte und spannende Musikprojekte.

Das Thema „Liebe“ ist allgegenwärtig, auch in der geistlichen Musik quer durch die Jahrhunderte. Zwischen dem Spannungsfeld des sinnlichen ‚Eros’ und der liebenden Hingabe der ‚Agape’ bewegen sich viele große Kompositionen von der frühen Einstimmigkeit, dem Minnesang des hohen Mittelalters und der kunstvollen Motetten des Barock bis zu tief erschütternden Vertonungen der Spätromantik und der Musik der Moderne. Immer geht es um ein existenzielles Thema und spirituelle Kraft.

Meisterkurs Orgelimprovisation mit Pierre Pincemaille
Vom 21.-25. Juli 2008 leitet der Pariser Organist Prof. Pierre Pincemaille einen Meisterkurs Orgelimprovisation. Der Kurs widmet sich verschiedenen Improvisationstechniken und legt den Schwerpunkt auf die französische Romantik und Orgelsymphonik von César Franck bis Olivier Messiaen. Pierre Pincemaille gewann u.a. den Wettbewerb in Chartres, ist Hauptorganist an der Kathedrale von St. Denis/Paris und gilt als einer der führenden Franzosen im Fach Orgelimprovisation. Eine detaillierte Kurs-Ausschreibung kann unter kulturbuero@schwaebisch-gmuend.de oder www.kirchenmusik-festival.de angefordert bzw. herunter geladen werden.

Konzertauswahl Orgel

Fr, 11.7.2008, 19 Uhr, Heilig-Kreuz-Münster
Eröffnungsgottesdienst mit dem Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Wolfgang Huber Uraufführung aus dem Kompositionswettbewerb

Fr, 18.7.2008, 18.30 Uhr, Heilig-Kreuz-Münster
Orgelkonzert Gillian Weir / London
Nicolas de Grigny (1672-1703)
Dialogue sur les Grands Jeux (Hymnus Veni Creator)
Récit de tierce en taille (Messe)
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Zwei Choräle: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (BWV 642 und 647)
Herbert Howells (1892-1983): Psalm-Prelude op. 32 Nr. 2
Flor Peeters (1903-1986): Toccata, Fuge und Hymnus über „Ave Maris Stella“
Olivier Messiaen (1908-1992): Messe de la Pentecôte
Petr Eben (1929-2007): Moto ostinato und Finale aus „Sonntagsmusik“

Orgelkonzert Naji Hakim 22. Juli 2008
Schwäbisch Gmünd (sv) – Seit mehr als 20 Jahren zählt Naji Hakim zu den wichtigsten Vertretern der französischen Orgeltradition. Hakim genießt in aller Welt einen hervorragenden Ruf als Orgelvirtuose und vor allem als Improvisator. In seiner Wahlheimat Paris hat der gebürtige Libanese deshalb im Jahr 1993 die Nachfolge von Olivier Messiaen als Organist an der Eglise de la Trinité in Paris angetreten.

Beim Festival Europäische Kirchenmusik gastiert Naji Hakim nun am Freitag, 22. Juli, um 18.30 Uhr im Heilig-Kreuz-Münster. Kompositionen von César Franck und Johann Sebastian Bach wurden von ihm ausgewählt. Darüber hinaus hat er die „Batalla Imperial“ des spanischen Komponisten Joan Cabanilles (1644-1712) in sein Programm aufgenommen. In dieser Schlachtenmusik kommen die so genannten „spanischen Trompeten“. Und nicht zuletzt hat Hakim einige Improvisationen über bekannte Themen vorgesehen so-wie wichtige eigene Kompositionen.

Vor Konzertbeginn spricht KMD Huber Beck mit Naji Hakim über seine künstlerische Arbeit.

Fr, 25.7.2008, 18.30 Uhr, Heilig-Kreuz-Münster
Orgelkonzert: Orgelimprovisation mit Meisterschülern von Pierre Pincemaille

Fr, 25.7.2008, 21.30 Uhr, St. Franziskus
Günter A. Buchwald & Silent Movie Music Company
Der Glöckner von Notre-Dame – Stummfilm und Orgel mit Percussion

Orgelkonzert David Briggs - 29. Juli 2008
Wenn Kritiker das Orgelspiel von David Briggs beschreiben, gehen ihnen gemeinhin die Superlative aus. Insbesondere die Improvisationskünste des gebürtigen Engländers lassen „in Bewunderung verharren“ wie Paul Hale in dem Fachmagazin „Organists Review“ schrieb. Der viel Gelobte wird beim Festival Europäische Kirchenmusik an der Orgel des Heilig-Kreuz-Münsters zu hören sein.

Für sein Konzert am Freitag, 29. Juli um 18.30 Uhr hat Briggs ein Programm zusammengestellt, das von Bach bis in die Gegenwart reicht. Unter anderem sind César Francks „Pièce heroïque“ und Messiaens „Diptyque“ vorgesehen. Abgeschlossen wird das Konzert mit einer Improvisation von Briggs mit dem Titel „Symphony in four movements“.

Briggs studierte bei Jean Langlais in Paris. Als erster Brite gewann er den Tournemire-Preis des St. Alban International Improvisation Competition. Gegenwärtig lehrt Briggs am Royal Northern College of Music und an der Cambridge University. Als Organist war er an den Kathedralen zu Truro und Hereford sowie am King’s College in Cambridge verpflichtet. Nach acht Jahren als Musikdirektor an der Gloucester Cathedral ist er dieser noch als Emeritus Organist verbunden.

Briggs, der rund 50 Konzerte jährlich in den USA, England, Frankreich, Belgien, Deutschland, Luxemburg, Schweden, Finnland und Russland gibt, lebt in New York.

Vor dem Gmünder Konzert spricht KMD Hubert Beck mit David Briggs.

Fr, 1.8.2008, 18.30 Uhr, Heilig-Kreuz-Münster
Orgelkonzert Erich Türk / Rumänien
Dietrich Buxtehude (1637-1707): Präludium g-moll
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621): „Mein junges Leben hat ein End“
Hans Peter Türk (*1940): „Elegie“ für Orgel
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Choralvorspiel „Schmücke dich, o liebe Seele“ (BWV 654)
Orgelchoral „Liebster Jesu, wir sind hier“ (BWV 633)
Olivier Messiaen (1908-1992)
aus „La Nativité du Seigneur“: Le verbe / Jésus accepte la souffrance / Dieu parmi nous

Orgelkonzert Iveta Apkalna - 05. August 2008
Schwäbisch Gmünd (sv) – Iveta Apkalna ist das gelungen, was man eine Bilderbuchkarriere nennt. Mit ihren 28 Jahren ist die gebürtige Lettin bereits eine der bekanntesten Orgelvirtuosinnen weltweit.

Beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd gastiert Iveta Apkalna am 5. August um 18.30 Uhr im Heilig-Kreuz-Münster mit einem genau auf das Festivalmotto abgestimmten Programm.

Zum Thema „Krieg“ spielt Apkalna den „Danse macabre“ von Saint Saëns und den Satz „Quo vadis“ aus der Orgelsymphonie „Tschernobyl“ des lettischen Komponisten Mikael Tariverdiev. Im Anschluss geht es um Frieden und Heilig-keit. Dazu hat Apkalna unter anderem „Die Vogelpredigt des Hl. Franziskus von Assisi“ von Liszt ausgesucht. Im drit-ten und letzten Teil unter dem Titel „Krieg und Frieden – Sieg der friedlichen Mächte“ interpretiert Apkalna „Cantus ad pacem“ des Letten Peteris Vasks und Saint-Saëns’ „Marche héroïque“. Im übrigen hat sie trotz ihres jugendlichen Alters bereits den Latvian Muisc Award erhalten, mit dem vor ihr Musikerpersönlichkeiten wie Gidon Kremer, Maris Janssons und Peteris Vasks geehrt wurden. Auch der Auftritt der jungen Dame ist eher unkonventionell, in großen Roben und bisweilen mit silbernen Schuhen. In das Klischee des in sich gekehrten Organisten, der im schwarzen Habit ein wenig fremdelnd gegenüber der Welt von früh bis spät Bach und Buxtehude spielt, passt sie nicht. Das will sie auch nicht. Iveta Apkalna sieht sich als Teil einer neuen Generation, „die frischen Wind in die Orgelszene bringen“ will.

KMD Hubert Beck führt zu Beginn ein Gespräch mit der Solistin des Abends. Das Konzert wird aufgezeichnet für SWR 2 Kultur.

Informationen und Karten:
i-Punkt Schwäbisch Gmünd
Marktplatz 37/1
D-73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon: 07171 / 603-4250
Fax: 07171 / 603-4299
E-Mail: kulturbuero@schwaebisch-gmuend.de
Internet: www.kirchenmusik-festival.de


Allgemeines zum Festival Europäische Kirchenmusik

Gegründet wurde das Festival auf Initiative des damaligen Kulturbürgermeisters der Stadt, Dr. Wolfgang Schuster. Ziel war es, die religiösen Bauten der Stauferstadt aus acht Jahrhunderten, die das Stadtbild prägen, mit einer Konzertreihe geistlicher Musik in das kulturelle Leben der Stadt zu integrieren. Darüber hinaus knüpft das Festival an die Tradition von 5 Jahrhunderten intensiver kirchenmusikalischer Pflege in Schwäbisch Gmünd an.

Finanziert wird das Festival von Stadt, Land und zu einem hohen Prozentsatz durch Eigeneinnahmen. Dem künstlerischen Leiter, Dr. Ewald Liska, steht ein Direktorium zur Seite. Das Festival steht in jedem Jahr unter einem bestimmten Thema, dem sich alle Konzerte und Wortbeiträge unterordnen. Die künstlerische Bandbreite reicht vom Mittelalter bis in die Moderne. Im Wechsel wird entweder ein Auftragskomposition uraufgeführt oder eine Komposition, die im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt wird. Darüber hinaus findet alle zwei Jahre ein Internationaler Wettbewerb für Orgelimprovisation statt.