Die 1990 gegründete Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V. widmet sich dem Leben und Wirken Gottfried Silbermanns. Insbesondere durch eine vielfältige Veranstaltungstätigkeit und intensive publizistische Arbeiten erweitern die ca. 300 Mitglieder ständig den Silbermannschen Freundeskreis.Die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V. und die Stadt Freiberg sind Mitglied der Europäischen Städtegemeinschaft mit historischen Orgeln ECHO.
Ziele der Gesellschaft
Mit Konzerten, Vorträgen, Exkursionen, Konferenzen und anderen Veranstaltungsformen soll Wissen über Gottfried Silbermann und künstlerische Erlebnisse einem breiten Freundeskreis vermittelt werden:
- Leben und Wirken Gottfried Silbermanns
- Herkunft, Entwicklung und Ausstrahlung seiner Orgelbaukunst ("Silbermannschule")
- Gottfried Silbermann als Clavierbauer
- Wechselwirkung zwischen der Orgelbaukunst und der Orgelmusik seiner Zeit
- Das sächsische Freiberg - günstiger Ausgangspunkt seines Schaffens.
Tätigkeitsschwerpunkte der Gesellschaft
Gottfried-Silbermann-Tage
Internationalen Gottfried-Silbermann-Wettbewerb
Orgelexkursionen
Orgeltage
Konzerte und Veranstaltungen
Wissenschaftliche Symposien
Aufbau eines Forschungs- und Dokumentationszentrums der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft
Wanderausstellung über Gottfried Silbermann und den sächsischen Orgelbau der Gegenwart
Publikationen
Freiberger Studien zur Orgel - Band 3 - 8 erhältlich
Gottfried Silbermann in Sachsen" - eine Informationsbroschüre
"Die Orgeln der Frauenkirche zu Dresden"
jährliche Faltblätter "Konzerte an Silbermannorgeln"
Faltblatt "Auf Silbermanns Spuren"
"Gottfried Silbermann und die Orgelstadt Freiberg"
"Die Orgeln Gottfried Silbermanns"
Die Gesellschaft pflegt Austauschmitgliedschaften und Verbindungen mit der Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO), der Neuen Bachgesellschaft, dem Sächsischen Musikrat, dem Europäischen Orgelzentrum Marmoutier, dem Gottfried-Silbermann-Museum sowie der Sächsischen und Thüringischen Orgelakademie.
Mitgliedschaft in der Gesellschaft
Unsere Gesellschaft hat zur Zeit rund 300 Mitglieder. Wenn auch Sie Freude an Orgelmusik und Interesse am Instrument, seinem Bau und seiner Geschichte haben, oder die Orgellandschaft eines Gottfried Silbermann, Zacharias Hildebrandt, Adam Gottfried Oehme, Carl Eduard Schubert, Heinrich Gottfried Trost, Friedrich Ladegast, der Familie Trampeli, Friderici, Gebr. Jehmlich und der sächsischen Orgelbauer unserer Zeit kennenlernen möchten, sind Sie uns willkommen
.Jahresmitgliedsbeiträge:
Institutionelle Mitglieder 52 EUR
Einzelmitglieder 26 EUR
Ehepaare 31 EUR
Rentner 16 EUR
Studenten 11 EUR
Zweimal jährlich erhalten sie die MITTEILUNGEN der Gesellschaft mit aktuellen Informationen und Hinweisen sowie das Faltblatt "Konzerte an Silbermannorgeln".
Gottfried Silbermann
Gottfried Silbermann wird zu Recht wohl als einer der bedeutendsten deutschen Orgelbaumeister bezeichnet. Sein Leben und Werk sind eng mit der Entwicklung der barocken Musikkultur verbunden.
Seine Orgeln, die wahren Königinnen der Instrumente, finden sich auch heute noch in einer Vielzahl von Kirchen Mitteldeutschlands. Die Silbermannschen Orgelbauschule prägte die gesamte Orgelbaukunst und nahm Einfluß auf spätere Epochen.
Tabellarische Daten:
| 14.01.1683 |
im Erzgebirgsdorf Kleinbobritzsch geboren
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| 1685 |
Umzug der Familie in die nahegelegene Stadt Frauenstein
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| 1701/02 |
Ausbildung zum Orgelbauer in Straßburg durchälteren Bruder Andreas - Tätigkeit in Frankreich
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| 1710 |
Rückkehr nach Sachsen
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| 1711/14 |
Bau der Freiberger Domorgel
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| 1723 |
Ernennung zum sächsischen Hof- und Landorgelbauer durch Kurfürst Friedr. August I.
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| 1750 |
Vertrag mit Zacharias Hildebrandt über leitende Tätigkeit bei Bau der Hofkirchenorgel in Dresden
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| 04.08.1753 |
Silbermann stirbt in Dresden
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Lebenslauf
Im Erzgebirgsdorf Kleinbobritzsch wurde Gottfried am 14. Januar 1683 als jüngster Sohn des Zimmermanns Michael Silbermann geboren. Aus dem bis heute erhaltenen Geburtshaus zog die Familie Ende 1685 in die nahegelegene Stadt Frauenstein. Durch den Beruf des Vaters von klein auf mit der Holzbearbeitung vertraut, fühlte Gottfried nach eigenen Worten frühzeitig einen "besonderen Trieb zur Orgelbaukunst".
1701/02 folgte er seinem fünf Jahre älteren Bruder Andreas nach Straßburg und ließ sich von ihm zum Orgelbauer ausbilden.
Nach Abschluss der Lehre, mehrjähriger Zusammenarbeit der Brüder und Gottfrieds Tätigkeit als Orgel- und Cembalobauer in Frankreich kehrte er 1710 nach Sachsen zurück. Er schuf zunächst eine kleine Orgel für seine Heimatstadt Frauenstein und erhielt auf Fürsprache des Leipziger Thomaskantors Johann Kuhnau den Auftrag zum Bau der Freiberger Domorgel, die er 1714 fertigstellte und 1738 überarbeitete.
1711 bezog er sein Wohn- und Werkstatthaus am Freiberger Schlossplatz.
Wegen der günstigen Bedingungen für den Bezug der Baumaterialien und für die Kooperation mit zuliefernden Handwerkern lebte und wirkte er bis zum Lebensende in dieser Stadt.
1723 erhielt Silbermann von Friedrich August I. das Prädikat des sächsischen Hof- und Landorgelbauers.
Ehrenvolle Auslandsaufträge schlug Silbermann aus und beschränkte sein Orgelbauschaffen auf Sachsen und Regionen im heutigen Thüringen und Brandenburg.
Bis zu seiner schweren Erkrankung im Jahr 1749 entstanden in seiner Werkstatt 44 Orgeln. Die späteren Werke in Frankenstein und in der katholischen Hofkirche in Dresden wurden im wesentlichen von seinen Mitarbeitern ausgeführt. Die Leitung des Dresdner Orgelbaus übergab er seinem früheren Schüler Zacharias Hildebrandt.
Nach Silbermanns Tod am 4. August 1753 wurde sein Neffe Johann Daniel Vertragsnachfolger seines Onkels. Erst im Februar 1755 wurde die Hofkirchen-Orgel eingeweiht.
Als Werkstattleiter und Lehrmeister übte er nachhaltigen Einfluss auf seine Schüler und zeitweiligen Mitarbeiter aus. Dazu gehören Zacharias Hildebrandt, Joachim Wagner und Adam Gottfried Oehme.
Der sächsische Orgelbau wurde auf lange Zeit durch die Silbermann-Schule geprägt.
Orgel und deren Standorte
Silbermanns Orgeln zeigen ein ökonomisches Typenprogramm, Einheitlichkeit in den Details und rationell einfache Gesamtkonstruktion. Hochwertiges Material und vorzügliche Verarbeitung sicherten ihnen eine lange Lebensdauer.
31 Orgeln sind bis heute erhalten, allein vier davon in Freiberg.
Die übrigen Orgeln wurden durch Kriege und Stadtbrände vernichtet, abgerissen oder durch Umbauten grundlegend verändert.
Tasteninstrumente
Silbermann schuf auch besaitete Tasteninstrumente.
Neben dem Bau der traditionellen Instrumente Cembalo und Clavichord widmete er sich der Weiterentwicklung des von Bartholomeo Cristofori erfundenen Hammerflügels.
Außerdem erfand er ein sogenanntes "Cembal d'Amour", ein Clavichord mit vergrößerter Klangfülle, dessen doppelt lange Saiten in der Mitte angeschlagen wurden.
An den königlichen Hof in Potsdam lieferte Silbermann mehrere Hammerflügel, von denen zwei erhalten blieben (heute in Potsdam, Neues Palais und Sanssouci), ein weiteres Instrument kam in den Besitz des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Ein zweimanualiges Cembalo in Schloss Pillnitz bei Dresden wurde neuerdings Silbermann zugeschrieben.