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Die Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung
Die Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung wurde 1965 als gemeinnützige Stiftung gegründet von Orgelbaumeister Werner Walcker-Mayer, seinerzeit Inhaber der Fa. Walcker. Er stattete die Stiftung mit dem damals beträchtlichen Vermögen von 100.000 DM aus. Als Ziel der Stiftung bestimmte er die Förderung der orgelwissenschaftlichen Forschung im In- und Ausland durch Vergeben von Forschungsaufträgen, Herausgeben von Veröffentlichungen und Veranstalten von wissenschaftlichen Tagungen. Als Vorsitzenden der Stiftung gewann er Prof. Dr. Hans Heinrich Eggebrecht, Professor für Musikwissenschaft an der Universität Freiburg.
Unter Eggebrechts Leitung finanzierte die Stiftung in den folgenden Jahrzehnten bedeutende Forschungsarbeiten, u.a. die wissenschaftliche Herausgabe und Erforschung der mittelalterlichen Pfeifenmensurierungstraktate durch Klaus-Jürgen Sachs. Die Stiftung gab insgesamt 32 Buchpublikationen heraus, die ihr hohes Ansehen einbrachten, und veranstaltete 9 orgelwissenschaftliche Tagungen. Um intensive, erkenntnisfördernde Diskussionen zu ermöglichen, wurde der Teilnehmerkreis dieser »Colloquien« (Gespräche) genannten Tagungen bewußt auf 10-15 geladene Personen beschränkt. Eggebrecht und Walcker erhofften sich von diesen Colloquien unter anderem wesentliche Impulse hinsichtlich der Komposition von neuer, avantgardistischer Musik für die Orgel sowie hinsichtlich der Konstruktion von Orgeln neuen Typs, welche den Anforderungen der Avantgardekomponisten dieser Zeit entgegenkommen sollten. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht, doch finden sich in Eggebrechts Colloquiumsberichten Zeitzeugnisse, die auch in der Zukunft von Interesse sind.
Infolge des Todes von Eggebrecht im Jahr 1999 kam die Stiftungsarbeit zum Erliegen. 2002 wurde die Stiftung wiederbelebt. Unter dem Vorsitz von Prof. Hermann J. Busch (Siegen) veranstaltete die Stiftung vier weitere Colloquien in den Jahren 2003 bis 2009; ein fünftes, von Busch noch geplantes Colloquium wurde nach dessen Tod 2010 im Herbst 2011 durchgeführt.
2011 hat die Stiftung auch ihre Veröffentlichungstradition wieder aufgenommen: Als erste Veröffentlichung der Walcker-Stiftung seit ihrer Wiederbelebung ist die Monographie "Die Geschichte der Orgel" von Roland Eberlein erschienen. Überdies werden die Vorträge der fünf jüngsten Colloquien auf der Homepage der Walcker-Stiftung http://www.walckerstiftung.de nach und nach zum kostenlosen Download bereitgestellt. Viele dieser Vorträge beschäftigen sich mit der prekären Lage der Orgel im beginnenden 21. Jahrhundert und den Bedrohungen und Chancen der Orgelwelt in den nächsten Jahrzehnten. Sie dürften daher für alle Kirchenmusiker, die sich Gedanken um die Zukunft der Orgel machen, interessant sein.
In einer Zeit, in der das Interesse der Gesellschaft an der Orgel und die Kenntnis von ihrer Geschichte und ihrer Musik rapide abnimmt, darf die Walcker-Stiftung sich nicht darauf beschränken, elitäre Forschung im Elfenbeinturm der Orgelwissenschaft zu fördern. Da die orgelwissenschaftliche Forschung ohne gesellschaftliches Interesse an der Orgel zwangsläufig zum Erliegen kommt, muß sich die Walcker-Stiftung heute auch darum bemühen, daß die Orgel neues Interesse in der Gesellschaft findet. Dazu möchte die Stiftung durch ihre neuen Publikationen beitragen.
Kontaktadresse:
Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung
c.o. PD Dr. Roland Eberlein
Franz-Raveaux-Str. 16
50827 Köln
http://www.walcker-stiftung.de
Mit freundlicher Genehmigung von PD Dr. Roland Eberlein
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