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Die Orgel der Marienkirche Artern

Restaurierung der Orgel 2026
Die Orgel der Marienkirche

Die Marienkirche

Die Marienkirche in Zahlen

Restaurierung der Orgel 2026

Nach gut 35 Jahren droht die 1984 gebaute Orgel in der Marienkirche auseinander zu brechen. Dies liegt an der Aufstellung des Gehäuses, die in den 90er Jahren völlig falsch vorgenommen wurde. Von diesen Zugkräften nach vorn und zur Seite sind ist auch das Orgelwerk an sich betroffen. Die Windladen stehen unter Spannung, die Dichtungen brechen und die Traktur verliert an Spannung und muss ständig nachreguliert werden.

Nun, im Jahr 2026, kann die Restaurierung beginnen:
Die Orgel wird umfassend überholt, insbesondere Windladen, Trakturen und Ventilmechanik, um die Spielbarkeit zu verbessern und die langfristige Funktionalität zu sichern. Das Gehäuse wird auf Stabilität geprüft, Laufböden und Leitern werden verbreitert und mit Geländern versehen, um einen sicheren Zugang zu gewährleisten.

Im Spielschrank werden Tastengarnierungen und Registerzüge erneuert, lose Schildchen ersetzt und die Manualklaviatur reguliert. Die Windanlage, einschließlich Ventus-Motor und Bälgen, wird gewartet und Undichtigkeiten abgedichtet.

Das Pfeifenwerk wird ausgebaut, gereinigt, Schäden behoben, Prospektpfeifen lotgerecht ausgerichtet und anschließend intoniert. Die Generalstimmung erfolgt gleichstufig in der vorgefundenen Tonhöhe.

Die ursprüngliche Voigt-Orgel von 1854 verfügte über ca. zehn Register, einfachen Barockklang und vermutlich ein Rückpositiv. 1984 erweiterte Kühn das Instrument im neobarocken Stil, fügte neue Register hinzu und übernahm einige Voigt-Register. Das Hauptwerk erhielt einen kräftigeren, jedoch wenig charaktervollen Klang, und Trakturen, Windladen und Gehäuse wiesen konstruktive Schwächen auf.

Die Restaurierung orientiert sich an der Kühn-Dispostion, optimiert jedoch die Spielbarkeit: Trakturen werden überarbeitet, Windladen geprüft und Ventile stabilisiert. Das Pfeifenwerk wird begradigt und intoniert, die Trompete 8‘ I. Manual nachgestimmt, und alle übrigen Register an den ursprünglichen Klang angepasst. Optional können Compenius-inspirierte Barockstimmen und ein Rückpositiv integriert werden, ohne die originale Gehäusestruktur zu verändern.

Die Orgel der Marienkirche

Es ist nicht feststellbar, wann die erste Orgel eingebaut wurde. 1692 wird vom Neubau einer Orgel berichtet, ebenso 1844. Die letztere wurde bereits in den Jahren 1856 bis 1860 wieder umgebaut (Strobel, Frankenhausen). Wegen Wurmbefalls erfolgte 1960-1962 eine Generalreparatur der Strobel-Orgel durch Hildebrand, Roßleben.

1972 wurde während des Baugeschehens in der Marienkirche diese Orgel durch spielende Kinder weitgehend zerstört.

1979
kaufte die Gemeinde die 1854 von Voigt erbaute Orgel der St.-Nicolai-Kirche in Eisleben und ließ sie von der Orgelbaufirma Kühn, Merseburg neu aufbauen.
Diese Orgel, die über 24 Register auf 2 Manualen und Pedal verfügt, wurde am 05.02.1984 eingeweiht.

Die Disposition lautet:

Hauptwerk Oberwerk Pedal
Pommer 16' Gedackt 8' Subbaß 16'
Prinzipal 8' Salicional 8' Oktavbaß 8'
Rohrflöte 8 Prinzipal 4' Gedacktbaß 8'
Gemshorn 8' Rohrflöte 4' Oktave 4'
Oktave 4' Nachthorn 2' Pedalmixtur 4fach
Spitzflöte 4' Terz 1 3/5' Posaune 16'
Oktave 2' Siffföte 1'  
Quinte 2 2/3' Scharff 3fach  
Mixtur 4fach    
Trompete 8'    

Koppeln: II/I; I/P II/P
Schleifladen, mech. Ton- und Registertraktur

Die Marienkirche

Vor 1200 Jahren wurde die Wasserburg Artern („Wasserschloss“) gebaut, vermutlich zur Sicherung der Unstrutfurt. In ihrem Schutz entstand ein planmäßig angelegter Burgflecken, der 1329 Stadtrecht erhielt, die spätere „Neustadt“ Artern. Dieser Burgflecken erhielt bereits eine steinerne Pfarrkirche, die der Jungfrau Maria geweiht wurde. Von dieser Kirche, die also um 1200 entstand, ist lediglich ein Teil des Turmes erhalten geblieben (Der untere Teil des heutigen Turmes, das Fachwerkobergeschoss wurde später aufgesetzt.).
Der Anbau des Ostchores (heutige Winterkirche) erfolgte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts (1225?).

Zwischen 1540 und 1542 wird Artern lutherisch. Die Marienkirche wird nunmehr Pfarrkirche sowohl für die Stadt als auch für die Dorfgemeinde Artern (politisch wird die Verwaltung der Stadt- und Dorfgemeinde erst 1832 völlig vereint!)

Am 18.05.1608 vernichtet ein Stadtbrand große Teile der Neustadt. Die Marienkirche brannte völlig aus, das Westschiff musste abgetragen werden. 1609 begann der Neuaufbau der Marienkirche, der nur sehr langsam vorankam, vor allem da am 08.08.1616 ein erneuter Stadtbrand, diesmal durch Brandstiftung, 141 Häuser vernichtete. Am 25.05.1620 konnte die Marienkirche wieder eingeweiht werden.

Als 1632 ein weiterer Stadtbrand 90 Häuser einäscherte, geriet die Nordwand der Kirche außer Lot. Es wurden 4 mächtige Eichenbalken eingezogen. Verfallserscheinungen als Folge des Dreißigjährigen Krieges machten umfangreiche Restaurierungsarbeiten erforderlich. Das Westschiff erhielt das hohe Dach, der Turm wurde um den Fachwerkaufbau erhöht. Danach erfolgte eine Neueinweihung.

1739
zeigten sich Risse am Turm. Die Stützpfeiler wurden angebaut.
1836 werden neue Emporen eingebaut.
1856 bis 1860 wird das innere der Marienkirche durchgreifend renoviert.
1895 Aufstellen von 2 Öfen, die später durch Warmluftheizung ersetzt  werden.

1962
Beginn der Renovierung der Marienkirche unter Superintendent Merker. Der Ostchor (Altarraum) wird als Winterkirche abgetrennt und mit Fußbodenheizung versehen. Die Einweihung am 29.11.1964 erfolgt durch Probst Coym.

Ab 1967 unter Superintendent Grüneisen völlige Neugestaltung der Marienkirche (Winterkirche – großes Westschiff - Gemeinderaum ).

16.04.1978 Einweihung durch Bischoff Kruse.

Die Marienkirche in Zahlen

Länge: 43,0  m
Breite des Westschiffes: 15,0  m
Höhe des Westschiffes innen: 14,5  m  (bis Tonnengewölbe)
Höhe des Westschiffes außen: 22,5  m  (bis Dachfirst)
Breite des Ostchores (Winterkirche): 7,5  m
Höhe des Turmes: 37,0  m
Plätze in der Winterkirche: 85
Plätze im Hauptschiff: 280
Plätze im Hauptschiff einschl. Gemeinderäume: bis 500


mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (Pascal Salzmann) und Kantorin Haemi Oh
OI-A-58 - letzte Bearbeitung: 29.01.2026
weiterführende Links:

"Orgel des Monats Januar 2026" der Stiftung Orgelklang