Daniel Kunert - Musik-Medienhaus
Das Portal der Königin

- Startseite - Orgeln - Darmstadt - Stadtkirche


Die Orgel der Stadtkirche Darmstadt

Die Bosch-Rensch-Orgel
Disposition
seit 2006
Disposition geplant ab 2025
Die Truhenorgel

Die Evangelische Stadtkirche
Kontakt

Die Bosch-Rensch-Orgel

Die große Orgel der Stadtkirche stammt aus dem Jahr 1961 und wurde von der Firma Bosch in Sandershausen erbaut. Seit 1600 sind fünf Vorgängerorgeln bezeugt. Von der Chororgel, die nach dem Krieg eingebaut wurde, ist nur noch der Prospekt vorhanden, der heute in einem Turmzimmer der Stadtkirche untergebracht ist.
Die Bosch-Orgel verfügte ursprünglich über 49 Register in Hauptwerk, Oberwerk, Brustwerk und Pedal. Die Spieltraktur war mechanisch, die Registertraktur elektrisch mit fünf freien Kombinationen. Die ursprüngliche Disposition orientierte sich am Geschmack der Zeit mir ihrem neobarocken Klangideal und einer Vielzahl an Obertonregistern.

In den 1980ern wurde durch die Erbauerfirma eine erste Überarbeitung mit einigen Änderungen in der Disposition vorgenommen. Im Frühjahr und Sommer 2006 wurde die Orgel einer grundlegenden Sanierung, Reinigung und Neuintontation unterzogen, die von der Orgelbaufirma Rensch aus Lauffen/Neckar durchgeführt wurde. Die Orgel wurde durch Erhöhung des Winddrucks und Korrigieren der Aufschnitte insgesamt grundtöniger und weicher. Auch wurde die Traktur komplett erneuert, so dass das Instrument nun viel angenehmer und differenzierter spielbar war. Schließlich wurde durch das Vorziehen der Windladen die Zugänglichkeit der Orgel erheblich verbessert.

Schon damals war über den Einbau einer Setzeranlage und die Ergänzung eines Schwellwerks nachgedacht worden. Ausfinanziellen Gründen wurden diese Überlegungen damals nicht verwirklicht.
Im Jahr 2025 wurde das Instrument in einem weiteren Schritt modernisiert und erweitert. Dabei wurde die Elektrik komplett erneuert, eine Setzeranlage mit 100.000 Kombinationen eingebaut, das Oberwerk zum Schwellwerk ausgebaut und die Disposition auf 55 Register erweitert und leicht verändert. Ein Schwerpunkt wurde auf die Neu- und Nachintonation des bestehenden Pfeifenwerks gelegt. Durch diese behutsamen aber effektiven Eingriffe in den Klang wurde das Instrument für seine erweiterten Aufgaben als Konzert- und Begleitinstrument für Gottesdienst und Konzert fit gemacht. Der Klang wurde gleichzeitig weicher wie voluminöser, ist nun imstande transparent zu zeichnen, aber auch symphonisch zu malen.

Wir danken der Hans-und-Dorrit-Michel-Stiftung und der Merck'schen Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst für die großzügige Unterstützung des Projekts. Ebenso danken wir den vielen Spenderinnen und Spendern und den Pfeifenpatinnen und Pfeifenpaten für ihr Engagement für den neuen Klang in der Stadtkirche!

Autor: Christian Roß
nach oben --->

Disposition seit 2006

erbaut von Orgelbau Werner Bosch
2006 Renovierung durch Orgelbau Rensch

I Hauptwerk II Oberwerk III Brustwerk Pedal
Gedacktpommer 16' Holzgedackt 8' Quintade 8' Prinzipal 16'
Prinzipal 8' Flöte 8' Spitzgedackt 8' Subbass 16'
Spitzflöte 8' Prinzipal 4' Holzprinzipal 4' Quinte 10 2/3'
Oktave 4' Rohrflöte 4' Spitzflöte 4' Bassflöte 8'
Prinzipalquinte 2 2/3' Nasard 2 2/3' Oktave 2' Harfenprinzipal 8'
Koppelflöte 4' Oktave 2' Quintflöte 1 1/3' Choralbass 4'
Oktave 2' Waldflöte 2' Sifflöte 1' Rohrgedackt 4'
Schwiegel 2' Terz 1 3/5' Salizional 8' Nachthorn 2'
Cornett 5fach Quinte 1 1/3' Musette 8' Rauschwerksmixtur 2fach
Mixtur 5fach Scharff 4fach Schalmei 4' Mixtur 3fach
Trompete 8' Dulzian 16' Tremulant Posaune 16'
Spanische Trompete 8' Fagott-Oboe 8'   Basstrompete 4'
  Helltrompete 4'   Dulzian 4'
  Tremulant   Cornett 2'

Koppeln: I/II; I/III; II/III; P/I; P/II; P/III
mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur
Schleifladen
3 freie Kombinationen, 2 feste Kombinationen

Disposition geplant ab 2025

I Hauptwerk II Schwellwerk III Brustwerk Pedal
Bourdon 16' Bourdon 16' Quintade 8' Prinzipalbass 16'
Prinzipal 8' Geigenprinzipal 8' Spitzgedackt 8' Subbass 16'
Gambe 8' Vox Celestis 8' Salicional 8' Bourdon 16'
Spitzflöte 8' Flöte 8' Holzprinzipal 4' Quintbass 10 2/3'
Bourdon 8' Holzgedackt 8' Spitzflöte 4' Bassflöte 8'
Oktave 4' Bourdon 8' Prinzipal 2' Bourdon 8'
Koppelflöte 4' Fugara 4' Sifflöte 1' Harfenprinzipal 8'
Prinzipalquinte 2 2/3' Rohrflöte 4' Quintflöte 1 1/3' Choralbass 4'
Oktave 2' Nasard 2 2/3' Musette 8' Rohrgedackt 4'
Schwiegel 2' Oktave 2' Schalmei 4' Nachthorn 2'
Mixtur 5fach Terz 1 3/5' Tremulant Rauschwerksmixtur 2fach
Cornett 5fach Scharff IV   Mixtur 3fach
Trompete 8' Dulzian 16'   Posaune 16'
Horizontal Trompete 8' Fagott-Oboe 8'   Basstrompete 8'
  Helltrompete 4'   Dulzian 4'
  Tremulant   Cornett 2'


Koppeln: II/I; II16'/I; III/I; III/II; II16'/II; I/P; II/P; III/P
Koppeln II/I elektrisch
mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur
Schleifladen
Setzer

Die Truhenorgel

Seit 2012 besitzt die Stadtkirchengemeinde eine Truhenorgel aus der Werkstatt des holländischen Orgelbauers Henk Klop. Das Instrument ist gut transportierbar und damit sehr flexibel innerhalb und außerhalb der Stadtkirche einsetzbar.

Durch die Bauweise mit komplett aus Holz gefertigten Pfeifen besticht das Instrument durch seinen warmen und tragfähigen Klang, erweist sich aber auch in Bezug auf die Stimmbarkeit als sehr flexibel. Innerhalb kurzer Zeit lassen sich alle gewünschten historischen Stimmungen anlegen. Eine Transponiervorrichtung erlaubt die schnelle Veränderung der Grundtonhöhe (415hz/440hz/465hz). Auch nach 430hz ist die Orgel umstimmbar.
Das Instrument kann von externen Veranstaltern angemietet werden. 

Die Evangelische Stadtkirche

Erste Erwähnung findet die Darmstädter Stadtkirche im Jahr 1369. Damals wurde eine kleine Kapelle von der Mutterpfarrei Bessungen gelöst und mit den Rechten einer eigenständigen Pfarrkirche ausgestattet. Diese neue Funktion als „Kirche in der Stadt“ brachte im Laufe der Zeit immer wieder bauliche Veränderungen mit sich: aus der kleinen Marienkapelle, auf die heute noch ein Schlussstein im Chorraum hinweist, wurde eine stattliche Kirche, die spätestens mit Einführung der Reformation im Jahr 1526 ihre bis heute bestehende Funktion als evangelische Zentralkirche Darmstadts erhielt.
Vom alten Baubestand sind einige Teile bis heute erhalten geblieben: die Turmhalle mit dem ältesten Wappen der Stadt Darmstadt, der spätgotische Chorraum mit Epitaphen und Netzrippengewölbe und nicht zuletzt die Fürstengruft unter dem Chorraum, in der die Mitglieder der Darmstädter Landgrafen-Familie beigesetzt sind.

Am 11. September 1944, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Stadtkirche durch einen Luftangriff fast vollständig zerstört. Nur der Chorraum samt Gewölbe blieb wie durch ein Wunder fast vollständig erhalten und wurde in den ersten Jahren nach Kriegsende zunächst als Notkirche provisorisch wieder hergestellt. Nach nur sechzehnmonatiger Bauzeit, bedingt durch günstige Kredite und den raschen konjunkturellen Aufschwung, wurde die Kirche am ersten Advent 1953 in ihrer heutigen Gestalt in Dienst genommen und eingeweiht. In den Jahren bis 1961 folgten Innenausbau, Turmsanierung, Glocken- und Orgelweihe, die letzten Renovierungsarbeiten wurden 1971 mit Isolierung der Fundamente und Restaurierung der Epitaphe im Chorraum abgeschlossen.
Bei der ersten umfassenden Innensanierung seit Ende der Wiederaufbauarbeiten (2003-2006) wurden in mehreren Etappen Sakristei, Sanitäranlagen, Innenputz, Beleuchtung und Beschallung erneuert, so dass die Kirche ihre BesucherInnen heute mit einer hellen und freundlichen Atmosphäre empfängt.

Ihre Rolle als alte evangelische Zentralkirche Darmstadts nimmt die Stadtkirche auch heute noch wahr. Neben den Gemeindeveranstaltungen und Gottesdiensten finden regelmäßig Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Predigtreihen in der Kirche statt, zudem ist sie Gastgeberin zahlreicher städtischer und überregionaler kirchlicher und kultureller Veranstaltungen.

Seit 40 Jahren ist die Stadtkirche Darmstadt Mitglied der Community of the Cross of Nails (CCN), eines weltweiten ökumenischen Netzwerkes zur Verbreitung des Versöhnungsgedankens von Coventry. Sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit ist das Nagelkreuz, das im Chorraum der Stadtkirche zu sehen ist.
Kontakt

Ev. Stadtkirchengemeinde
An der Stadtkirche 1
64283 Darmstadt

Telefon: 06151/44150
E-Mail: stadtkirchengemeinde.darmstadt(at)ekhn.de


mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde (C. Roß)
Fotos: Ev. Stadtkirchengemeinde Darmstadt
OI-D-58 - veröffentlicht: 15.05.2025 - letzte Änderung: 15.05.2025
weiterführende Links:

Webseite der Kirchengemeinde

Pfeifen suchen Paten !!