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Freiburger Orgelbuch 2

Verlag: Carus

Mit dem Freiburger Orgelbuch 2 legt der Carus-Verlag in Kooperation mit dem Amt für Kirchenmusik der Erzdiözese Freiburg 15 Jahre nach Erscheinen des ersten Teils eine Fortsetzung des beliebten Sammelbandes vor. Wie schon im ersten Teil heißt der Untertitel „Musik für Gottesdienst, Konzert und Unterricht“. Auch hier legen die Herausgeber ihr Augenmerk auf musikalische Qualität, liturgische Verwendbarkeit und stilistische Vielfalt. Dass alle Kriterien gegeben sind, kann bei den beteiligten Personen vorausgesetzt werden.

Der vorliegende Band enthält 86 Miniaturen, deren stilistische Bandbreite von Hans Kotter (1580/85-1541) bis zu noch lebenden Komponisten wie Wolfgang Rihm (*1952), der mit einer frühen „Fantasie“ vertreiten ist, oder Peter Planyavsky (*1947) mit einer frischen „Toccatina“. Alle vertretenen Werke sind in leichtem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad, so dass sich der Band hervorragend für die Ausbildung junger Organisten eignet. Ein „fertiger“ C-Musiker sollte alles bewältigen können.
Neben der historischen Komponente, ordnet das Herausgeberteam die Stücke, wie schon im ersten Band nach Ländern, neben dem deutschsprachigen Raum finden sich diesmal auch wieder die Britischen Inseln, Frankreich, Italien, Benelux, Spanien und die USA.
Neben bekannten Stücken z.B. von Bach (BWV 727) und Buxtehude (BuxWV 209) findet sich einiges unbekannte und entdeckungswertes, so unter anderem ein „Solo di Oboe“ von Filippo Capocci (1840-1911) oder die „White Note Paraphrase“ von James MacMillan (*1959), die nur die „weißen Tasten“ (was macht man auf Orgeln mit schwarzen Untertasten? *lach*) benutzt. Schon länger tätige Kollegen werden einige der Stücke sicher in anderen Ausgaben vorliegen haben, aber für den „schnellen“ Gebrauch im Gottesdienst kann das Buch gerne an der Orgel liegen. Stilistisch liegen die Werke zwischen Trauer (Ruppe: Adagio doloroso) und heiterer Musik (Nevin: Will o‘ the wisp), freie Werke (Peraza: Tiento de Registro Alto) wechseln sich mi Choralgebundener Literatur (Knecht: Nun danket alle Gott) ab. (Alle Stücke zu nennen, sprengt den Rahmen der Rezension, aber auf der Carus-Homepage ist der komplette Band als Probeexemplar einsehbar).
Abgerundet wird der Band durch Verzeichnisse in alphabetischer Reihenfolge und nach Tonarten, sowie nach Funktion und Verwendung im Gottesdienst. Außerdem gibt es zu allen Stücken und Komponisten kurze Portraits mit Registrierhinweisen.

Beigelegt ist eine CD mit 32 ausgewählten Werken, gespielt auf neuen bzw. restaurierten Instrumenten im Erzbistum Freiburg. Nach welchen Kriterien die Werkauswahl der CD getroffen wurde, ist nicht erwähnt. Neben dem Kennenlernen einzelner Werke ist die Aufnahme eine schöne „easy listening“ Orgelminiaturenmischung, die durchaus auch als Idee zu Orgelkonzerten gelten kann.

Leider ist die Verarbeitung des Bandes von nicht so hoher Qualität, der Umschlag ist dünn und der Druck des Umschlages wirkt billig. Die auf der Letzten Seite eingeklebte CD zerreißt die Pappe, beim Ablösen. Auch die Bindung lässt zu wünschen übrig, beim vorliegende Exemplar brach schon beim ersten Spielen der Rücken.

Trotz dieser Mängel ist das Freiburgen Orgelbuch sehr zu empfehlen, bietet es doch eine große Vielfalt an Literatur.


Sven Dierke - für www.orgel-information.de
Juni 2019 / November 2019


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