Daniel Kunert - Musik-Medienhaus
Das Portal der Königin

- Startseite - Rezensionen - Zur Orgelmusik Felix Mendelssohn Bartholdys


Zur Orgelmusik Felix Mendelssohn Bartholdys

Herausgeber: Birger Petersen und Michael Heinemann
ISBN: 978-3-928412-26-1
Reihe: Studien zur Orgelmusik - Band 7
Verlag: Butz


So verwurzelt Mendelssohns Orgelkompositionen durch viele Ausgaben in aller Welt auch sind und so oft er rezipiert ist in unzähligen CD-Produktionen und Orgelkonzerten und so unübersehbar seit Sebastian Hensels erster Familien-Saga von 1880 inzwischen das Schrifttum zur Familie geworden ist, braucht es da noch eine weitere Studie zu Mendelssohns Orgelmusik? Das wohl nicht, auch wenn jede Zeit gehalten ist, ihr Auge aufs Neue auf dieses hochbedeutende Erbe der Weltgeschichte zu werfen.

Das tun hier in insgesamt 17 Kapiteln 11 Autoren zu Themenkomplexen wie Mendelssohns Werden (Wolfgang Dinglinger, Mendelssohns Weg zur Orgel), seine Voraussetzungen (Heinemann, Luthers Geist aus Bachs Händen), zu den Registrieranweisungen, zu seinem Erbe in Deutschland (Heinemann, Opus 65 und die Folgen), in England (Petersen) und den Niederlanden (Albert Clement/Clara Spohrer, Die „Mendelssohn-Schule“ mit u.a. J.G. Bastiaans, van Eijken, W. Bargiel). Petersen beschäftigt sich auch noch mit einigen Bearbeitungen von W.Th. Best, George Calkin, A.W. Gottschalg, Karg-Elert, Martin Schmeding u.a. Dass das alles nicht vollständig sein kann, ist zwangsläufig. Zentral sind die Analysen der Opera 37 und 65 und einzelner anderer Werke späterer Jahre, auch wenn sie natürlich keine neuen Einblicke verschaffen können.

Im Anhang finden sich Verzeichnisse der Orgelkompositionen, von modernen Ausgaben und eine Bibliographie. Beigegeben sind auch noch einige zeitgenössische Rezensionen, die das Buch wertvoll machen, nicht wegen ihres Inhalts, sondern wegen ihres Stils: Schumanns Rezension von op. 35 vom 27.10.1837, die dem Wesen des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy sehr nahekommt durch ihre ausgewählte Sprache und Vergleiche und damit einen Stilstandard wiederspiegelt, den man in heutigen Zeitungen vergeblich sucht.
Der andere Text stammt von August Gottfried Ritter, der im Februar 1846 über die Sonaten schreibt, so nüchtern und passgenau, wie eben nur ein Musiker über das Werk eines Kollegen schreiben kann. Bewundernswert auch hier der so ganz andere Stil, der Sachkenntnis und Wertung wie persönliche Achtung ganz einzigartig kombiniert.

Das Buch muss man nicht kaufen wegen des Inhaltes, aber diese Texte lesen, ist ein Hochgenuss! Den auch anderen zu verschaffen, rechtfertigt den Kauf des Bandes als Geschenk vielfach!


Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Februar 2019 / März 2019


Dieses Buch ist im gut sortierten Buch-/Musikhandel erhältlich
- unter anderem im Notenkeller in Celle (tel. Bestellung 05141-3081600 oder per Mail an info@notenkeller.de möglich).