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Ruth Zechlin RELOADED
URSCHREI - Ruth Zechlin zum 100. Geburtstag

Anlässlich des 100. Geburtstags der Komponistin Ruth Zechlin (1926-2007) widmet sich die Hamburger Konzertreihe Auf der Zinne^ - neuer Klang! der außergewöhnlichen Komponistin Ruth Zechlin. Ihre Werke klingen heute noch genauso originell, frisch und kraftvoll wie zu ihrer Entstehung - ein echter musikalischer Schatz, der es lohnt, wiederentdeckt zu werden.

URSCHREI - Ruth Zechlin zum 100. Geburtstag
So, 31.05.2026, 18:00 Uhr, Lutherkirche Hamburg-Bahrenfeld

Mitwirkende:
Frauke Aulbert Sopran, experimenteller Gesang, Performance
Andrew Levine Theremin, Live Elektronik
Kerstin Petersen Orgel, Leitung

Das zweite Konzert der Reihe steht unter dem Motto URSCHREI und zeigt die Komponistin als eine engagierte Persönlichkeit, die dem politischen Geschehen ihrer Zeit eine kritische Stimme entgegenzusetzen vermochte. Wider den Schlaf der Vernunft für Orgel und Stimme ist Ruth Zechlins “Antwort” auf die politische Lage in der DDR kurz vor der Wende. Zechlin schrieb das Stück anlässlich einer Protestveranstaltung der Künstlerverbände der DDR am 28.10.89 und arbeitete es 1995 noch einmal um. In dieser 2. Fassung wird das Werk erklingen.
Ebenfalls auf dem Programm stehen Lieder Zechlins aus den 1940er Jahren sowie ihre Brecht-Vertonungen aus den 1960er Jahren, die kombiniert werden mit Brecht-Liedern ihres Weggefährten Andre Asriel (1922-2019). Ein eindrückliches Beispiel ihres Engagements ist die Komposition Schrei für Vietnam, die in Reaktion auf den Vietnam-Krieg entstanden ist und die „Bomber vom Himmel“ reißen will, wie es im vertonten Text von Helmut Preißler heißt.
Eine kongeniale Ergänzung dazu bilden Das Wiedersehen für Orgel der Komponistin Ana Szilágyi (*1971), das im Corona-Jahr 2020 im Auftrag der Organistin Kerstin Petersen nach der gleichnamigen Skulptur von Ernst Barlach entstanden ist, und die Eichendorff-Vertonung Mondnacht für Stimme und Orgel der rumänisch-deutschen Komponistin Violeta Dinescu (*1953).

Programm
Ruth Zechlin (1926-2007)
Wider den Schlaf der Vernunft (II. Fassung, 1995) für Orgel und Stimme, mit Urschreien
nach einer Idee von Pankraz von Freyberg

Die Regenwolke für Sopran und Tasteninstrument (1943)
Text: Georg von der Vring

Passacaglia für Tasteninstrument (1943)
Schlaflied für Gisi für Sopran und Tasteninstrument (1943)

Auferstehung für Orgel (1998)
Interpretation mit Orgel und Theremin

Ana Szilágyi (*1971)
Das Wiedersehen (2020) für Orgel
nach der Skulptur „Das Wiedersehen“ (1926) von Ernst Barlach (1870-1938)

Ruth Zechlin
Weiden im Frühling Text: Henjo
Am Heiligen See Text: Prinz Ohotsune Ozi
aus: Fünf fernöstliche Lieder für Sopran und Tasteninstrument (1948)

Andre Asriel (1922-2019)
Lied vom Glück

Ruth Zechlin
Von der Freundlichkeit der Welt
Texte: Bertolt Brecht

Schrei für Vietnam (1966)
Text: Helmut Preißler (1925-2010) „Hätte mein Wort doch die Macht, die Bomber vom

Himmel zu reißen“
Violeta Dinescu (*1953)

Mondnacht für Stimme und Orgel (1995)
Text: Joseph von Eichendorff
Improvisation Theremin, Stimme, Orgel


Frauke Aulbert gilt als eine der aktivsten und vielseitigsten Performerinnen in der Neuen Musik. Nach einer klassischen Gesangsausbildung integriert sie leidenschaftlich alle Arten vokalischen Ausdrucks in ihre Stimme, z.B. Ober- und Untertongesang, Bulgarische Folkore, nordindischen Dhrupad, Noh oder Beatboxing. Daneben entwickelt sie eigene Kompositionen an der Grenze zu Bildender Kunst und Theater. Konzertreisen führten Frauke Aulbert durch alle Kontinente. Als Solistin gastierte sie bei zahlreichen Festivals für zeitgenössische Musik, u.a. beim Festival Présence, Warschauer Herbst und dem Resonant Bodies Festival New York City. Sie war Gründungsmitglied von u.a. Decoder Ensemble und arbeitet regelmäßig mit Komponist:innen wie Chaya Czernowin, Georges Aperghis, Vinko Globokar, Alexander Schubert, Brigitta Muntendorf und Iris ter Schiphorst zusammen. Von 2020-23 kuratierte sie in Hamburg das Festival für Immaterielle Kunst, 2026 die Reihe female sonic feast für Werke weiblicher Künstler:innen.
www.stimmkuenstlerin.de

Andrew Levine stammt aus New York City und studierte in Trier Gesang. Seit 2010 spielt er das Theremin in frei improvisierenden Konfigurationen. Zugleich ist er Tonmeister, 2014 ausgezeichnet durch den Goldenen Bobby. 2020 wurde er für eine USA-Solotournee und 4-tägiges Theremin-100-Festival im Jahr engagiert. Es schlossen sich Tourneen mit Quatuor BRAC und Katrin Bethge im Jahr 2022 an. 2022/3 erkundete er im Rahmen von „in-ORGANic“ Sessions in Weimar den Bereich der Elektronik plus verräumlichte & modifizierte Pfeifenorgel. 2024 übernahm Andrew das Pro-Bono-Label Nachtstück Records mit einem Schwerpunkt auf experimenteller elektronischer und elektroakustischer Musik und trat im Dezember mit Cláudio de Pina beim Festival Curto-Circuito in Lissabon auf. Im November erfolgte die erste improvisierte Stummfilm-Vertonung. 2025 wurde Andrew Levine in das Hamburger TonArt Ensemble aufgenommen und gründete gemeinsam mit der Organistin Kerstin Petersen das Duo THE-ORG.
www.andrewlevine.info

Kerstin Petersen konzertiert international als Solistin und lässt die „Königin der Instrumente“ in überraschenden Konstellationen neu erstrahlen. Konzerteinladungen erhielt sie u.a. von Orgelakademie Göteborg, Orgelpark Amsterdam, Hauptkirche St. Nikolai Hamburg, TONALi, Festival BRANDNEU, Mercatorhalle Duisburg und Musik 21 Festival Niedersachsen, wo sie 2024 auch Jurorin des Kompositionswettbewerbs war. Als Herausgeberin engagiert sich Kerstin Petersen für die Veröffentlichung zeitgenössischer Partituren, zuletzt in Zusammenarbeit mit den Verlagen Certosa, Neue Musik Berlin und Schott Music. Seit 2025 leitet sie die Konzertreihe Auf der Zinne^ - neuer Klang!, die sich selten zu hörender Orgel-Kammermusik widmet. Ihre CD SiGNALE (2025, Genuin) wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert. Gemeinsam mit Ada Namani (Gong) und Lenka Zupkova (Violine) wurde sie 2025 mit dem RESONANZEN Konzeptpreis von VISION KIRCHENMUSIK und der Hanns-Lilje-Stiftung ausgezeichnet.
www.kerstin-petersen.org


Die Konzertreihe RUTH ZECHLIN RELOADED wird gefördert durch Musikfonds e.V., den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und private Unterstützer:innen. Kooperationspartner: Luthergemeinde Bahrenfeld, Pauluskirche Altona, GEDOK Hamburg, Verband für aktuelle Musik Hamburg, Festival Blurred edges, Altonale, Altonaer Vielfaltswoche, Friedensdekade 2026 und Orgelstadt Hamburg.
Für Interviewanfragen, Material und weitere Informationen stehen wir Ihnen sehr gern zur Verfügung:

Kerstin Petersen Künstlerische Leitung
E-Mail: kerstin-petersen(at)live.de

Dr. Ellen Freyberg Dramaturgie
E-Mail: ef_lazarus(at)web.de

Pressemeldung E. Freyberg , 07.04.2026
weiterführende Links:

Saison-Übersicht Ruth-Zechlin (PDF)